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Musik-Allerei

„Fear of the Dark“ von Iron Maiden wiederveröffentlicht

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Die britische Heavy-Metal-Band veröffentlicht alle ihre Alben erneut auf Vinyl, darunter auch das von Horrormotiven inspirierte Fear of the Dark (1992).

Iron Maiden sind bekannt für eingängige Riffs, einige Songs und die Stimme von Bruce Dickinson. Vor der zeitweiligen Trennung von Dickinson und Iron Maiden wurde 1992 Fear of the Dark erstmals veröffentlicht. Das Titelstück selbst beschäftigt sich mit einer Urangst des Menschen: der Angst vor der Dunkelheit. Zudem greift das Stück die Thematik der Einsamkeit auf, was ebenfalls auf eine Urangst des Menschen zurückgeht: die Angst nicht Teil der Gruppe zu sein, ausgestoßen und folglich angreifbar. In den ersten zehn Textzeilen wird der Kern einer solchen Erfahrung, die nahezu jeder Menschen schon einmal gemacht haben dürfte, lyrisch geschildert.

„I am a man who walks alone
And when I'm walking a dark road
At night or strolling through the park

When the light begins to change
I sometimes feel a little strange
A little anxious when it's dark

Fear of the dark, fear of the dark
I have a constant fear that somethings always near
Fear of the dark, fear of the dark
I have a phobia that someone's always there”

Iron Maiden „Fear of the Dark“ aus dem Album Fear of the Dark (1992)

Das Lied handelt von Alltagssituationen, in denen Menschen mit deren Urängsten konfrontiert werden. Das Stück beschreibt Situationen, in denen noch immer – trotz aller Aufgeklärtheit und betonter Coolness in unserer Gesellschaft – Menschen mit Urängsten und folglich Überlebensinstinkten und Trieben konfrontiert werden. Der Körper schärft alle Sinne, der Verstand malt sich Dinge aus, die geschehen könnten, alles ist in Alarmbereitschaft. Diesen Zustand und das daraus resultierende Gefühl können gute Horrormedieninhalte erzeugen, wenn es gelingt, eine Stimmung zu erzeugen, die es den Zuhörern ermöglicht, sich den potenziell möglichen Schrecken in ihrer Fantasie selbst auszumalen. Jump-Scares sind das genaue Gegenteil hiervon, schließen aber ursprünglich Sequenzen solch intensiver Spannungserfahrungen ab, Rezipierende erschrecken sich, zucken zusammen und fühlen sich besser. Dies beschreibt den Nervenkitzel, der etwa Horrorfilme und -Videospiele derart beliebt macht.

Auf Fear of the Dark finden sich noch weitere Songs, die mit Fürchten und Ängsten eine Auseinandersetzung wagen. Hier sind wohl Afraid to shoot Strangers und Fear is the Key die deutlichsten Vertreter. Das eine Lied behandelt die Furcht und den inneren Konflikt eines Soldaten, der sich damit konfrontiert sieht, andere Menschen töten zu müssen. Krieg ist eine Situation, die einer Manifestation der Hölle auf Erden gleichkommt. Hier wird mit dem einleitenden Song Be Quick or be Dead eine über mehrere Stücke verwobene Thematik aufgegriffen. Furcht als wichtiges Element, um schwierige Situationen durchzustehen und zu überleben, ist ein zentrales Element des Werkes, was sich auch in Fear is the Key und Childhood’s End manifestiert.

Ungeachtet, ob man die Musik von Iron Maiden mag oder nicht, das Album ist beeindruckend und thematisiert sehr ernste Themenkomplexe auf eine unterhaltsame Weise. Dabei wird deutlich, wie mächtig Musik als Inszenierungsform wirken kann. Das Album ist seit dem 19.05.2017 wieder im Handel erhältlich, auf Schallplatte. Iron Maiden finden sich in diversen Musikstreaming-Diensten, auch wenn die Streamingqualität mit der Hörerfahrung einer Schallplatte nicht konkurrieren kann, wird auch dort ein guter Eindruck der hier beschriebenen Erfahrungen geliefert.

 Musikvideo: Iron Maiden Fear of the Dark (Live)

Infokasten

„Fear of the Dark“

Künstler: Iron Maiden

Komponist: Iron Maiden

Texte: Iron Maiden

Label: EMI Group

UK 1992

Auf Vinyl im Handel ab 19.05.2017.

Verfügbar auf CD, Streaming, Vinyl.

Letzte Änderung amFreitag, 18 August 2017 22:43
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„Ich habe den ganzen Kosmos mit meinem Schädel zerkaut! Ich habe gedacht, bis mir der Speichel floß. Ich war logisch bis zum Koterbrechen. Und als sich der Nebel verzogen hatte, was war dann alles? Worte und das Gehirn.“

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