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Fantasy Filmfest 2016

„Under the Shadow“ von Babak Anvari

Iranisches Horrordebüt: die Heimsuchung einer zweifelnden Mutter

Teheran in den 80ern: Krieg wälzt sich träge, aber stetig der Metropole entgegen, Nachrichten über sein Näherrücken häufen sich, mehr und mehr Menschen suchen andernorts Zuflucht. Aber Shideh bleibt (Narges Rashidi). Die junge Mutter will ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben, indem sie bei Verwandten einkehrt. Zugleich ist sie in der Hochhauswohnung wie eingesperrt mit ihrer Tochter Dorsa (Avin Manshadi). Durch die Karriere als Ärztin hat das restriktive System einen Strich gemacht und sie der Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Arbeitsleben beraubt. Dabei ist Shideh eine toughe und intelligente, dem Westen zugewandte Frau, die ihre Aerobic-VHS von Jane Fonda frech vor Regime und angepasster Nachbarschaft verborgen hält, wie notgedrungen auch sich selbst. Und dann der Streit mit dem Gatten (Bobby Naderi): Ob es ohne Medizinstudium nicht ohnehin besser wäre? Ob sie daheim nicht gut aufgehoben sei? Dann, als die Sirenen heulen, Bombengefahr! Der Krieg hat Teheran erreicht. Aber nicht nur der kommt aus dem Himmel, auch das Böse ist mit den Winden gereist und nistet sich ein in Shidehs vier Wänden, wo es Zwietracht säen will.

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„Green Room“ von Jeremy Saulnier

Aus der Hölle gibt es keinen Ausweg.

Ein „Green Room“ ist ein Raum, in dem Bands oder andere Künstler sich auf einen Auftritt vorbereiten. Der titelgebende Raum wird zu einer Todesfalle für die tourenden Hardcore-Punker „The Ain’t Rights“, als diese in einem abgelegenen Club in Oregon aufspielen. Nicht genug, dass der Ort von amerikanischen Neo-Nazis wimmelt, die Mitglieder der Band werden auch Zeuge davon, dass im Green Room eine junge Frau erschossen wird. Der Green Room wird zu einem Gefängnis, denn es gibt nur einen Weg raus und hinter der Tür lauern Nazis, die darauf warten, die Bandmitglieder aus dem Weg zu räumen. Ebenfalls im Green Room eingesperrt, ist Amber (Imogen Poots), die eigentlich zu den Leuten aus dem Club gehört, doch nun ebenfalls in Lebensgefahr schwebt. Unterdessen wird Darcy (Patrick Stewart) informiert, ein niederträchtiger Mann ohne Gewissen und Anführer des lokalen Naziclubs. Unter den Neonazis hat er eine Organisationsstruktur geschaffen, die auf Respekt und Vertrauen basiert und ihm Befehlsgewalt über alle anderen gibt.

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„The VVitch“ von Robert Eggers

Erwartet werden sollte das Unerwartbare.

Ein Werk wie The VVitch: A New-England Folktale bekommt man nicht häufig für eine Besprechung vorgelegt. Bereits zum Kinostart in den USA polarisierte der Film, die Kritiker feierten das Werk mehrheitlich, den Kinobesuchern gefällt der Film oftmals weniger (vgl. metacritic). Ist The VVitch nun einer dieser umstrittenen Kunstfilme oder ein Skandalwerk? Keineswegs, denn Regisseur Robert Eggers weiß, die Schrecken einer Zeit einzusetzen, um das tragische Schicksal einer zutiefst christlichen Familie im Neu-England der 1630er zu inszenieren. Dabei manifestiert sich der Schrecken durch die Konstellation der Figuren und ihren Motiven. Gekonnt verquickt der Film unterschiedliche Perspektiven; Szenen einer ausgestoßenen Familie, die sich aufmacht, das Glück unter Gottes Führung zu finden. Familienoberhaupt William (Ralph Ineson) vertritt bereits in der Eröffnung des Films stoisch den Standpunkt, dass die Dorfgemeinschaft, den christlichen Glauben nicht korrekt ausdeute. Die Verbannung seiner Familie nimmt William freudig entgegen und macht sich mit Frau und fünf Kindern auf, um das Glück anderenorts zu finden. Fest im Glauben und überzeugt das Richtige zu tun, führt er seine Familie zu einer großen Wiese, die an einen düsteren Wald grenzt. Hier entsteht ein neuer Lebensraum für die Familie.

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„Kingsglaive: Final Fantasy XV“ von Takeshi Nozue

Phantastisches Popcorn-Kino mit sagenhafter CGI-Optik

Verschiedener könnten Lucis und Niflheim nicht sein: das eine Land ist ein magisches Königreich, das seit Urzeiten durch einen Kristall beschützt wird, das andere ein hochtechnisiertes Imperium mit futuristischem Kriegsgerät. Mit den kommenden Friedensverhandlungen zeichnet sich erstmals das Ende des immerwährenden Krieges zwischen den zwei Reichen ab. Doch der Ritter Nyx Ulric wittert einen Komplott, der, im Verborgenen geschmiedet, bis in die Reihen der Königsgarde von Lucis reichen könnte – bis hinein in die Kingsglaive, deren stolzes Mitglied Nyx ist.

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„Fantasy is escapist, and that is its glory. If a soldier is imprisioned by the enemy, don't we consider it his duty to escape? If we value the freedom of mind and soul, if we're partisans of liberty, then it's our plain duty to escape, and to take as many people with us as we can!“

― J. R. R. Tolkien