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„The Witcher: Fuchskinder“: Kaum Neues in der Monsterjagd (Band 2)

Cover (Ausschnitt) Panini Cover (Ausschnitt)

Paul Tobin wärmt in Fuchskinder eine bekannte Geschichte auf. Wer sie noch nicht kennt, findet in dem Comic eine spannende Erzählung über den Hexer Geralt.

In Kürze: 250 Wörter…

Im zweiten Band der Comicserie zu der Computerspiel-Adaption von Andrzej Sapkowskis Roman-Saga, The Witcher, verschlägt es den Monsterjäger Geralt von Riva auf ein Handelsschiff fernab der Zivilisation. Wie sich herausstellt, hat die Besatzung Dreck am Stecken. Nicht ohne Grund hat sie Geralt gebeten, seine Schwerter im Notfall für sie einzusetzen. Was der Hexer nicht weiß, aber bereits ahnt: Das Schiff befindet sich auf einer zwielichtigen Mission, die bereits die Aufmerksamkeit eines mächtigen Wesens erregt hat.

Fuchskinder basiert auf einer Episode aus dem Roman Zeit des Sturms (OT: Sezon Burz), den Sapkowski 2013 als Erweiterung der ursprünglichen Pentalogie veröffentlichte. Wie für den polnischen Autor üblich ist Geralts Abenteuer in den monsterverseuchten Sümpfen wendungsreich erzählt sowie voller Intrigen und seelischer Schrecknisse, die ein düsteres Menschenbild zeichnen. Die Illustrationen stammen erneut von Joe Querio. Der Zeichner hat einen Kunststil entwickelt, der sowohl zu den Romanen als auch zu den Computerspielen passt und die Comics bisher wie ein Bindeglied hat erscheinen lassen.

Es ist schade, dass Paul Tobin keine eigenständige Geschichte wie in Band 1, Im Glashaus, liefert. Das Geschehen ist zudem nicht so schön präsentiert wie in der Romanvorlage, auch wenn der Comic dicht an dieser entlang erzählt. Die Narration weist einige Längen auf, da die besagte Episode offenbar ausgeschmückt werden musste, um auf 130 Comicseiten zu kommen. Bemerkenswert ist, dass eine im Original angedeutete Vergewaltigung entfernt und damit die Qualität des Schreckens reduziert wurde.

Trotz der genannten kleineren Mängel ist Fuchskinder überwiegend spannend und absolut lesenswert – fürs Fans des Hexers ohnehin, aber auch für Freunde der Dark Fantasy.

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Infokasten

„The Witcher: Fuchskinder“, Band 2 (OT: The Witcher Volume 2: Fox Children)

Geschichte: Paul Tobin

Illustration: Joe Querio

Text: Nate Piekos of Blambot

Sprache: Deutsch

Verlag: Panini

USA | 2015

130 Seiten, Softcover, Vollfarbe

Für diese Rezension wurde das englischsprachige Original gelesen.

Letzte Änderung amMittwoch, 22 November 2017 12:29
André Vollmer

Schriftsteller, Philologe und Journalist (Germanistik & Skandinavistik, M.A.)

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„But it is the book that's the original, this book is the result of the author‘s unique, inimitable talent. Transfer a book into a virtual world? Funny. It‘s impossible.“ Andrzej Sapkowski über das Verhältnis seiner Fantasyromane zu ihrer Versoftung The Witcher (eurogamer.net).