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Hörspiele & -bücher

„Mark Brandis, Episode 32: Der Pandora-Zwischenfall“

Cover (Ausschnitt) Folgenreich/Interplanar Cover (Ausschnitt)

Ein letzter Aufbruch zu den Sternen. Nach vielen Jahren ist es nun soweit, das letzte Hörspiel der „Mark Brandis“-Reihe ist da. Ein glorreicher Schlusspunkt.

Der Pandora-Zwischenfall ist das letzte Hörspiel der langen Mark-Brandis-Serie. Die Episode spielt im Jahr 2137 auf dem Jupitermond Kallisto. Dort wurde eine Station eingerichtet, in der besonders langlebige und hochintelligente Menschen erschaffen werden. Diese Wesen werden aus einem Genpool heraus kreiert und werden nicht geboren, es sind künstliche Menschen. Diese sollen für die Menschheit die weitentfernten Sektoren des Universums erkunden, da diese die langen Reisezeiten überleben können. Aus diesem Grund tragen sie den Namen „Astraliden“. Es sind perfekte Kunstmenschen, die jedoch keinerlei Verständnis von Menschlichkeit besitzen. Mark Brandis wird gebeten, das Kommando auf der Kallisto-Station zu übernehmen. Mark bittet seine Frau Ruth O´Hara darum, mit ihm zu reisen, ebenso wie die Wissenschaftlerin Dr. Levy und seinen langjährigen Gefährten und Freund Iwan Stroganow. Als das neue Team auf Pandora ankommt, wird die Station jedoch angegriffen.

Bereits die Ausgangslage verdeutlicht, dass auch das letzte Hörspiel der Reihe der klassischen Linie treu bleibt: Ethische Konflikte, schwierige Entscheidungen und das alles verpackt in einer spannenden Geschichte. Der Pandora-Zwischenfall wirft einige Fragen auf, welche immer wieder eine kritische Auseinandersetzung mit dem Erschaffungsprozess des Menschen durch Menschenhand darstellen. Dabei wird nicht platt mit dem Finger auf etwas gezeigt, es gelingt eine Geschichte zu erzählen, die zunächst einmal von den Motivationen der Figuren lebt und von deren Verständnis von Ethik in der Welt des Jahres 2137 geprägt ist. Geschickt wird die Handlung derart gestaltet, dass ein philosophischer Nachhall verbleibt, der auch auf die heutige Gesellschaft, Ethik und Moral angewendet werden kann. Dies ist, was gute Science-Fiction tut, und genau das liefert die Mark-Brandis-Reihe nun zum letzten Mal.

Eine der bestproduzierten Hörspielserien aller Zeiten ist zu Ende. In einer wunderbaren letzten Episode entfaltet die Mark-Brandis-Reihe nochmals ihre Stärken und zeigt auf, warum diese eigentlich noch mehr Anerkennung verdient hätte, als sie bisher bekommen hat. Der Pandora-Zwischenfall liefert die Essenz des Sci-Fi-Genres und stellt einen sehr gelungenen Abschluss für die zahlreichen Abenteuer des Mark Brandis und seiner Erzählwelt dar.

Letzte Änderung amFreitag, 18 August 2017 17:10
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„Der Traum ist ein zweites Leben. Ich habe nie ohne zu schaudern durch die Elfenbein- oder Horntore dringen können, die uns von der unsichtbaren Welt scheiden. Die ersten Augenblicke des Schlafes sind das Bild des Todes. Eine nebelhafte Erstarrung ergreift unsern Gedanken, und wir können den genauen Augenblick nicht feststellen, wo das Ich in einer andern Form die Tätigkeit des Daseins fortsetzt. Ein ungewisses unterirdisches Gewölbe erhellt sich allmählich und aus dem Schatten der Nacht lösen sich in ernster Unbeweglichkeit die bleichen Figuren, welche den Vorhof der Ewigkeit bewohnen. Dann nimmt das Bild Form an, eine neue Helligkeit erleuchtet diese Erscheinungen in wunderlichem Spiel: - es öffnet sich uns die Welt der Geister.“

– Gérard de Nerval in „Aurelia oder Der Traum und das Leben