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„Ich bin eine Spinne, na und?“ – Band 2

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Eine Schülerin erwacht neugeboren als Spinne in einer gefährlichen Fantasywelt. Dabei scheint sie sich in einer Art von Adventure-/Rollenspiel-Umgebung zu befinden.

In Kürze: 250 Wörter über…

Spinne B2 1Kumoko, so hat sich die Spinne mittlerweile selbst betitelt, stürzt am Ende des ersten Bandes aus einer höheren Ebene der Elrow-Höhle in eine tiefere. Der Abgrund scheint unüberwindbar, folglich muss sich Kumoko irgendwie neu orientieren. In dieser tieferen Ebene warten neue Schrecken und weitere Herausforderungen auf die kleine Spinne, die noch immer nicht so richtig versteht, was eigentlich mit ihr passiert.

Die Furcht vor dem Tod und der daraus resultierende Überlebenswille treiben Kumoko immer wieder an, ihre eigenen Grenzen auszuloten und gelegentlich zu überschreiten. In dieser Hinsicht erinnert der Manga stark an ein Japo-RPG, da mit einem neuen Level von deutlich stärkeren Gegnern neue Strategien gefunden werden müssen, um diese zu besiegen, bis man schließlich stark genug ist, diese mit Leichtigkeit zu eliminieren.

In den Tiefen der Elrow-Höhle gibt es allerdings nicht nur etwas stärkere Gegner, sondern auch sehr starke Boss-Monster, die nach Belieben die Umgebung und ihre Bewohner vertilgen oder vernichten. Aber Kumoko ist clever. Sie schafft es meist durch ihre Intelligenz und die Hinterhältigkeit einer Spinne zu entkommen und zu überleben. Manchmal geht sie dabei allerdings das Risiko ein zu sterben.

Die erste Hälfte des zweiten Bandes beschäftigt sich mit Kumokos neuer Umgebung und ihrer Anpassung an diese. In der zweiten Hälfte steht dann purer Überlebenskampf im Fokus der Inszenierung. Hierbei besitzt das Werk Anleihen an den Mythos von Sisyphus beziehungsweise dessen Bestrafung.[1] Der zweite Band ist nicht mehr so situativ komisch, wie es der Vorgänger ist, dennoch ist der metafiktionale Betrachtungsansatz erfrischend und weiß zu unterhalten.

Spinne B2 Cover

Endnoten

[1]„Und weiter sah ich den Sisyphos in gewaltigen Schmerzen: wie er mit beiden Armen einen Felsblock, einen ungeheuren, fortschaffen wollte. Ja, und mit Händen und Füßen stemmend, stieß er den Block hinauf auf einen Hügel. Doch wenn er ihn über die Kuppe werfen wollte, so drehte ihn das Übergewicht zurück: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter. Er aber stieß ihn immer wieder zurück, sich anspannend, und es rann der Schweiß ihm von den Gliedern, und der Staub erhob sich über sein Haupt hinaus.“ – Homer: Odyssee 11. Gesang, 593–600. Übersetzung Wolfgang Schadewaldt

Infokasten

„Ich bin eine Spinne, na und?“ (OT: „Kumo desu ga, nani ka?“; IntT: „So I’m a Spider, So What?“)

Band 2 von bisher 6 Bänden (Serie im Original noch nicht abgeschlossen)

Zeichnungen: Asahiro Kakashi

Idee und Literaturvorlage: Okina Baba

Charakterdesign: Kiryu Tsukasa

Basiert auf dem Light Novel „Kumo desu ga, nani ka?“ von Okina Baba

Verlag: Manga Cult (Cross Cult)

Veröffentlichung: Ab dem 12.06.2019 im Handel erhältlich.

 

Letzte Änderung amMontag, 12 August 2019 18:23
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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„Fantasy is escapist, and that is its glory. If a soldier is imprisioned by the enemy, don't we consider it his duty to escape? If we value the freedom of mind and soul, if we're partisans of liberty, then it's our plain duty to escape, and to take as many people with us as we can!“

― J. R. R. Tolkien