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Willkommen in der Dunkelheit: „Caveat“

Empfehlung Filmszene (Ausschnitt) Justin Hyne Filmszene (Ausschnitt)

Damien Mc Carthys Langfilmdebüt ist ein beklemmender Horrorthriller. Gekonnt spielt der Plot die Figuren gegeneinander aus, bis zur Konfrontation. Und noch weiter.

Kurzrezension

c 1Der Arbeitslose Isaac (Jonathan French) wird von seinem Kumpel Barret (Ben Caplan) darum gebeten, für einige Tage auf die Tochter seines Bruders aufzupassen. Olga (Leila Sykes), so der Name der jungen Frau, verfällt gelegentlich in katatonische Zustände. Einmal im Jahr, so erklärt Barret Isaac, kehrt Olga in das Haus zurück, in dem ihr Vater gestorben ist. Isaac braucht dringend Geld und willigt ein. An dem Haus angekommen, warten mehrere unerfreuliche Überraschungen auf Isaac, von denen Barret zuvor nichts erwähnt hat.

Caveat verbindet zwei Handlungsebenen und drei Sichtweisen auf die Geschehnisse. Dabei ist der durchweg düstere Film annährend ein Kammerspiel. In dem Haus scheint etwas nicht zu stimmen. Olga wirkt in ihren wachen Momenten distanziert und bedrohlich auf Isaac. Über den Verlauf des Films entfaltet sich ein cleverer Plot, der für alle Figuren einen ausweglosen Pfad vorzuzeichnen scheint. Die Geschehnisse der zweiten Zeitebene offenbaren großes Konfliktpotenzial. Zusätzlich gibt es eine mechanische Hasenpuppe, die von Zeit zu Zeit auf ihrer Trommel schlägt. Dieses phantastische Element deutet darauf hin, dass in Caveat nicht nur die Figuren eine Bedrohung füreinander darstellen. Zusätzlich scheint eine düstere Präsenz in dem Haus zu existieren, die eine ganz eigene Agenda verfolgt.

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Mit seinen Kurzfilmen Hungry Hickory und He Dies at the End deutete Damien Mc Carthy bereits mehrfach sein Können als Horrorregisseur an. In seinem Langfilmdebüt setzt Mc Carthy auf seine spezielle phantastische Art von Horror, die durch ein düsteres und beklemmendes Szenario entsteht. Darüber hinaus etabliert er vielschichtige weltliche Konflikte zwischen seinen drei führenden Figuren, wodurch das ohnehin enge Szenario erneut verdichtet wird. Zeitweise stockt einem vor Spannung der Atem, wenn in dem dunklen Haus die Situation zunehmend eskaliert und die Figuren sich gegenseitig belauern.

Caveat ist eine der größten Überraschungen bei den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights. Es ist ein intensiver, figurenzentrischer Horrorfilm, der einen langsam mitnimmt und dann zunehmend die Luft zum Atmen raubt. Äußerst düster, mit einem cleveren Plot und starken Darstellern bietet Caveat alles, was man von einem Suspense-Horrorfilm erwartet. Und noch mehr.

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Trailer zu Caveat

Infokasten

„Caveat“

Regie: Damian McCarthy

Drehbuch: Damian McCarthy

Laufzeit: 88 Minuten

Produzent: Justin Hyne

Verleih: Bisher keiner.

Großbritannien | 2020

Veröffentlichung: Der Film lief auf den Fantasy Filmfest Nights XL 2021.  Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung steht kein Veröffentlichungstermin für Deutschland fest.

Bildrechte: Die Bilder dieses Artikels sind Ausschnitte aus dem besprochenen Medieninhalt. Deren Rechteinhaber können Sie dieser Infobox entnehmen.

Letzte Änderung amSamstag, 17 Juli 2021 14:41
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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„Das Grauen (seltener: der Graus) ist ein Substantiv der gehobenen Umgangssprache für ein gesteigertes Gefühl der Angst oder des Entsetzens, das meist mit der Wahrnehmung des Unheimlichen oder Übernatürlichen verknüpft ist. Es rührt sprachgeschichtlich vom mhd. grûwen, „Schauder“ her, welcher Begriff auch als Synonym verwendet wird.“

– Wikipedia

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