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„The Babysitter“, eine Horror-Comedy für Netflix

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Cole ist ein Außenseiter, doch seine Babysitterin Bee ist extrem cool und beschützt ihn auch dann, wenn sie nicht dafür bezahlt wird. Aber dann ändert sich alles.

In Kürze: 250 Wörter über... (Spoiler)

Cole (Judah Lewis) hat keine Freunde. Er ist fast zwölf Jahre alt und wird von gleichaltrigen und älteren Kindern drangsaliert. Nur zur Nachbarstochter Melanie (Emily Alyn Lind) hat er ein einigermaßen gutes Verhältnis. Sie geht an dieselbe Schule wie er und ist im selben Alter. Abgesehen davon gibt es noch Bee (Samara Weaving), Coles Babysitterin. Zu Bee hat Cole Vertrauen, denn sie ist – auch wenn Sie kein bisschen so aussieht – ähnlich nerdig wie der Junge. Eines Tages stachelt Melanie Cole an aufzubleiben, um herauszufinden, ob Bee sich im Haus von Coles Eltern mit einem Mann trifft. Zu Coles Verwunderung ist es nicht nur ein Mann, sondern eine Gruppe von fünf Gästen, alle im Alter von Bee. Beim Flaschendrehen werden erste Hemmungen gelöst, dann gibt Bee einer anderen Frau einen intensiven Kuss, was etwas in Cole auslöst. Sie geht reihum weiter, bis sie einem Typen zwei Dolche in den Schädel rammt und ihn ausbluten lässt.

Ab hier beginnt eine turbulente Horrorparty, die mit bösem Humor und schrägen Figuren überzeugt. The Babysitter ist kein anspruchsvoller Film, aber einer der sehr gut zu unterhalten weiß. Am Ende wird dann – für meinen Geschmack – etwas zu sehr übertrieben, aber die rund 80 Minuten bis dorthin machen eigentlich alles richtig für eine spaßige Horrorparty. The Babysitter erinnert ein wenig an Detention, durch abgedrehte, aber liebenswert überzeichnete Figuren, einer verrückten Handlung und großartiger Situationskomik. Wer einen Feelgood-Partyfilm sucht, der trotz manch expliziter Darstellung mehr Comedy als Horror bietet, bekommt hier ein spaßiges Werk geboten, das trotz kleiner Schwächen Kultpotential hat.

Trailer zu The Babysitter

Infokasten

Regie: McG

Drehbuch: Brian Duffield

Produktion: Boles / Schiller Film Group, New Line Cinema, Wonderland Sound and Vision

Verleih: Netflix (exklusiv)

Laufzeit: 85 Minuten (uncut)

USA | 2017

Der Film ist seit dem 13. Oktober auf Netflix verfügbar.

Letzte Änderung amFreitag, 01 Dezember 2017 16:03
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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Helmut Schmidt im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo (2012) im Zeit Magazin Nr. 17 vom 19.04.2012, S. 57