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Film

„Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ – Jack Sparrow hisst wieder die Segel

Kinoplakat (Ausschnitt) Walt Disney Pictures Kinoplakat (Ausschnitt)

Salazars Rache ist effektvolles Unterhaltungskino, aber nicht so gut erzählt wie die ersten drei Teile, die eine geschlossene Trilogie bilden.

Rezension

Henry (Brenton Thwaites) und Caryna (Kaya Scodelario) wollen beide aus persönlichen Gründen einen besonderen Schatz heben: den Dreizack von Neptun, der Macht über das Meer und die Flüche hat, die es ausspricht. Die eine als Hexe verschrien und gejagt, weil sie sich als Frau für die Naturwissenschaften interessiert, sucht den Dreizack wegen ihres Vaters; der andere – ebenfalls gejagt, aber aufgrund eines ungewollten Verrates – will einen Fluch aufheben. Kaum haben sich Henrys und Carynas Weg gekreuzt, merken sie bald, dass sie zum Dreizack nur einer führen kann: der Pirat Jack Sparrow (Johnny Depp). Doch die Zwei sind nicht die einzigen, die den drolligen, ewig trunkenen Captain suchen. Auch der vom Meer verfluchte Untote Salazar (Javier Bardem) hisst die Segel seines monsterhaften Geisterschiffes, um sich wegen einer alten Sache an Sparrow zu rächen.

PotC5 1Mit reichlich Situationskomik, humorvollen Dialogen und bombastisch-verrückter Action hat Captain Jack Sparrow mit Salazars Rache zum fünften Mal die Segel gesetzt und erfüllt die Versprechungen der Reihe, gute Abenteuerunterhaltung mit Piraten, einem verfluchten Antagonisten und vielen Lachern zu liefern, erneut in 3D. Schon beim vierten Film, Fremde Gezeiten, konnte man sich fragen, wie viel es da noch zu erzählen gäbe; auch wenn dieser gut gemacht ist, hängt er doch ein wenig lose an einer narrativ geschlossenen Trilogie. Salazars Rache knüpft hier stärker an offene Handlungsstränge der vorangegangenen Filme an und versammelt die altbekannten Figuren, entwickelt sie aber bis auf eine nicht sonderlich weiter.

PotC5 2Trotz spektaktulärer Unterhaltung durch Effekte und Verfolgungsjagden setzt das neue Abenteuer auch auf ruhige, dialogintensive Szenen. Hier hätten die Drehbuchautoren Möglichkeiten genug gehabt, Jack Sparrow und seiner Mannschaft nach so vielen Fortsetzungen mehr Tiefe zu verleihen. Geschickt werden jedenfalls die neuen Mitstreiter Henry und Caryna in das Figureninventar eingewoben, sodass man gespannt sein darf, welche Rolle diese in einem sechsten Teil einnehmen, auf den es zumindest Andeutungen gibt. Auch Salazars Rache greift auf die erfolgreiche Erzählformel der Reihe zurück: Ein durch den Fluch des Meeres oder von Schwarzmagie verwandelter Seemann hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow offen, weshalb der Interesse hat, den übrigen Figuren weiterzuhelfen, von denen wiederum einige Interesse haben, dem Gewandelten zu helfen – „Klar soweit?“, würde Captain Sparrow an dieser Stelle fragen. Wie immer also hat die Crew des schrulligen Piraten unterschiedliche Ziele, die Henry, Caryna und ihn zunächst zu Verbündeten wider Willen machen, was viel Raum für komödienhafte Wendungen lässt.

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache ist spaßiges Unterhaltungskino mit eindrucksvollen Effekten und viel Klamauk, allerdings nicht so gut erzählt wie die ersten drei Teile. Für Fans der Reihe und Zuschauer, die eine gute Zeit im Kino verbringen wollen, ist der Film ganz klar zu empfehlen.

Trailer zu Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Infokasten

„Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ (OT: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales”; AT: „Pirates of the Caribbean: Salazars Revenge”)

Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg          

Drehbuch: Jeff Nathanson, Terry Rossio

Laufzeit: 129 Minuten

Produzent: Walt Disney, Jerry Bruckheimer Films, Infinitum Nihil

Verleih: Walt Disney

USA 2017

Veröffentlichung 25.05.2017 (Kinostart)

Letzte Änderung amFreitag, 25 August 2017 05:43
André Vollmer

Schriftsteller. Forscher. Phantast. Am Meer geboren. Gründer von Mellowdramatix.

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„Better to write for yourself and have no public, than to write for a public and have no self.“

Cyril Connolly

 

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