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„Aliens - Die Rückkehr“ ist ein Weltraumhorrortrip, der niemals alt wird

Filmausschnitt 20th Century Fox Filmausschnitt

Ellen Ripley kehrt zurück und hat nur ein Ziel: die Ausrottung der Xenomorphen

Auf Ridley Scott folgt im Regiestuhl James Cameron, auf Erfolg folgt Riesenerfolg. Als fast acht Jahre nach dem ersten Teil Alien mit Aliens fortgesetzt wurde, war der Druck groß, die Vorfreude riesig. Die Fortsetzung gelingt besonders dadurch, dass diese nicht versucht, den Schrecken des ersten Teils zu kopieren und im Grunde denselben Film erneut zu produzieren, wie es bei Fortsetzungen von Horrorfilmen nur zu häufig geschieht. Aliens setzt mehr als 50 Jahre nach dem Schlusspunkt von Alien an und erzählt eine Geschichte um Macht und Habgier, die zu einem voraussehbaren Überlebenskampf wird, der in seiner Heftigkeit allerdings überrascht. Dabei ist nicht nur ein Xenomorph die Bedrohung, sondern ein ganzer Planet voll mit diesen.

A2 2Damit die Auslöschung der außerirdischen Rasse sauber vonstattengeht, wird Ripley (Sigourney Weaver), nach ihrer Rückkehr zur Erde, erneut auf LV-426 entsendet. Dieses Mal als Beraterin für eine Einheit des Militärs. Die „Colonial Marines“ sind eine schwerbewaffnete Spezialeinheit, die die Bedrohung durch die Xenomorphen zunächst nicht ernst nehmen. Doch auf dem Mond angekommen, manifestiert sich nach und nach das Ausmaß des Massakers an den dort lebenden Menschen, was zudem als Brutstätte für die Aliens dient. Dieses Mal ist die Bedrohung deutlich größer, aber auch die Menschen sind besser vorbereitet auf die außerirdischen Jäger, die statt Blut Säure in ihren Adern haben.

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A2 5Geschickt wird Spannung aufgebaut, bevor die Menschen auf die eigentliche Bedrohung stoßen. Wo zuvor leere Gänge, verlassene Korridore und eine beklemmende Enge viel Raum für die Vorstellung des Rezipierenden zuließen, findet plötzlich ein brutaler Erstkontakt zwischen den Marines und einigen Xenomorphen statt. Nachdem das halbe Team ausgelöscht wird, ahnt selbst der noch so einfach gestrickte Soldat, welche Schrecken auf LV-426 lauern. Als wiederkehrendes Element versucht erneut „die Firma“ einen Xenomorph mit auf die Erde zu nehmen und diesen als Biowaffe zu nutzen.

Ripley wird in diesem Film auch in einer Mutterrolle inszeniert. Während sie zu Beginn des Films damit konfrontiert wird, dass ihre Tochter bereits verstorben ist – Ripley lag mehr als 50 Jahre im Frostschlaf – findet sich in der Kolonie als einzige Überlebende das Mädchen Newt (Carrie Henn) vor, der sie sich annimmt. Während die Menschen einige Aliens besiegen, sind die Verluste bei den Marines hingegen zahlreich. Dadurch spitzt sich der Überlebenskampf immer weiter zu.

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Auch Aliens ist kein simpler Slasher. Die Fortsetzung gilt gemeinhin als der beste Film der Reihe, unterscheidet sich in seiner Inszenierung jedoch sehr stark vom Original. Die Aliens sind jedes für sich bereits ein bedrohlicher und tödlicher Bedrohungsorganismus. Im zweiten Teil haben sie außerdem eine Weiterentwicklung hin zu einer Schwarmkultur erfahren, an deren Spitze eine Königin steht. James Cameron ist überzeugt davon, dass der der Director’s Cut seines Films der beste Weg ist, diesen komplett zu genießen. Die Intensität des mehr als zweieinhalb stündigen DCs ist kaum in Worte zu fassen. Keine Sekunde scheint überflüssig, keine Szene zu viel. Damit ist Aliens im DC eine unglaublich intensive Erfahrung, die im Spannungsfeld von Horror und Sci-Fi eine zeitlose Qualität abruft.

 Trailer zu Aliens

Infokasten

„Aliens - Die Rückkehr“ (OT: "Aliens")

Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron, David Giler und Walter Hill

Produzent: Brandywine Productions, 20th Century-Fox

Laufzeit: 137 Minuten (Kinofassung), 154 Minuten (DC)

Verleih: 20th Century-Fox

USA | UK 1986

Letzte Änderung amFreitag, 18 August 2017 22:26
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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„Der Verstand ist oft die Quelle der Barbarei; ein Übermaß an Verstand ist es immer.“

– Giacomo Leopardi