log in

Film

Ein „Double Date“ mit zwei Killerinnen

Filmplakat und Filmszene (neu arrangiert) Filmplakat und Filmszene (neu arrangiert)

Double Date ist trockenhumorig und skurril, eine derbe Komödie, in der zwei ungleiche Kumpels zwei Killerinnen daten. Ein echter Partyfilm zum Schlapplachen.

Kurzrezension

Zwei ungleiche Schwestern machen Jagd auf Männer, die sie für einen geheimnisvollen Zweck ermorden. Zwei ebenso ungleiche Kumpels, die wie Brüder sind, wollen sie daten. Gerne doch, denken sich die Schwestern, und lassen sich darauf ein. Aber als dann auch noch Drogen mit ins Spiel kommen, wird klar: Das kann ja nur aberwitzig werden!

DD 1Double Date lebt von seinem trockenen Humor, den skurrilen Momenten und seinen schrulligen Figuren vor dem Hintergrund einer heraufziehenden Katastrophe und dem Kampf zweier Geschlechter, von denen keines sich von dem jeweils anderen dominieren lassen will. Der Film spielt mit den Stereotypen, entwickelt sie aber auch weiter: Von den Schwestern ist Kitty (Kelly Wenham) die kaltherzige Killerin, Lulu (Georgia Groome) dagegen nur eine Mitläuferin, die bald Interesse an Jim (Danny Morgan) entwickelt. Der wiederum ist als bald Ü30-Jungfrau das genaue Gegenteil von seinem Kumpel Alex (Michael Socha), einem Frauenheld sondergleichen. Scheint zunächst klar zu sein, dass Jim der romantisch-schüchterne Verlierer ist, Alex hingegen der opportunistische Realist und Unsympath, wird die Figurenzeichnung bald schon komplexer. In Kombination sind Jim und Alex ein witziges Gespann, deren Freundschaft einen wichtigen Teil der Erzählung ausmacht, auch wenn die Zwei so verschieden wie Tag und Nacht sind. Angenehm ist, dass Alex nicht auf Jim herabsieht und ehrlich daran interessiert ist, dass sein Freund die Schüchternheit überwindet und endlich in das Bett einer schönen Frau stolpert  – wenn auch seine Methoden etwas fragwürdig sein mögen.

Double Date ist ein Partyfilm für Freunde derber (Horror-)Komödien. Denn hier wird nicht nur gelacht, sondern auch ausgeteilt. Das eine oder andere Mal splattert das Blut nur so in die Kamera, während das Ende dem Film noch einmal eine ganze andere düstere Wendung gibt, allerdings ohne dabei seinen Humor zu verlieren. Britisch trocken und großartig geschrieben!

DD 3

Trailer zu Double Date

Infokasten

„Double Date“

Regie: Benjamin Barfoot

Drehbuch: Danny Morgan

Laufzeit: 90 Minuten

Produzent: Matthew James Wilkinson, Maggie Monteith

UK 2017

Letzte Änderung amDienstag, 26 September 2017 19:37
André Vollmer

Schriftsteller, Philologe und Journalist (Germanistik & Skandinavistik, M.A.)

Schreibe einen Kommentar

Unter anderem auch das

„Jahre waren es, da lebte ich nur im Echo meiner Schreie, hungernd und auf den Klippen des Nichts. […] Bis mich die Seuche der Erkenntnis schlug: es geht nirgends etwas vor; es geschieht alles nur in meinem Gehirn. Nun gab es nichts mehr, das mich trug.“

 Gottfried Benn