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Film

„Playground“ – Grausamkeiten der Jugend

Filmplakat (Ausschnitt) Filmplakat (Ausschnitt)

Playground zeichnet die Degeneration einer jungen Generation in der Unterschicht Polens. Zwischen Langeweile und Überforderung steht das Quälen anderer.

In Kürze: 250 Wörter über…

In mehreren Kapiteln erzählt Playground die Geschichte eines Tages im Leben von Gabrysia (Michalina Swistun), Szymek (Nicolas Przygoda) und Czarek (Przemyslaw Balinski). Es ist der letzte Tag des Schuljahrs für die Jugendlichen. In verschiedenen Kapiteln wird die Erzählung vermittelt. In den ersten drei konzentriert sich die Narration auf jeweils eine der Figuren. Gabrysia ist in Szymek verliebt, soviel soll in dieser Rezension verraten werden. Jedes weitere Wissen über das Werk kann die Wirkung des Films zerstören.

Playground ist fotografiert wie ein Dokumentarfilm, die Kamera wird aus der Hand geführt und ist dicht am Geschehen. Je grausamer das Gezeigte wird, desto weiter distanziert sich jedoch auch die Kamera von den Figuren. Der Film mutet seinen Zuschauern viel zu, verlangt ihnen einiges ab. Die Heftigkeit des Werkes entsteht durch die Beiläufigkeit, mit der Szymek und Czarek anderen Gewalt antun. Es scheint zu ihrem Habitus zu gehören. Die beiden Figuren agieren so, als ob ihr Leben sowieso keine Zukunft hätte. An diesem Punkt ist Playground eine brutale Gesellschaftskritik an den aktuellen politischen Gegebenheiten in Polen.

Dieser Film ist heftig, gnadenlos heftig. Die Intensität des Werkes manifestiert sich stückweise und hat einen bereits in seinen Bann gezogen, wenn man merkt, dass es vielleicht doch zu hart werden könnte. Für das, was am Ende gezeigt wird, fehlen mir die Worte. Erst nachdem ich einige Minuten über diesen Film reflektiert habe, ist mir das gesamte Ausmaß seiner Heftigkeit bewusst geworden. Playground ist provokativ und kontrovers, aber ein wirklich guter Film über das Böse im Menschen und seine Ursprünge.

Trailer zu Playground

Infokasten

„Playground“ (OT: Plac Zabaw)

Regie: Bartosz M. Kowalski        

Drehbuch: Bartosz M. Kowalski, Stanislaw Warwas

Laufzeit: 81 Minuten

Produzent: Dariusz Pietrykowski

Polen 2016

Letzte Änderung amMittwoch, 27 September 2017 12:36
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„Phantastische Literatur: ungenauer, auch missverständlicher Sammelbegriff für ein breites, auch Triviales [...] umfassendes Spektrum von Literatur. Das Phantastische erscheint in der fiktionalen oder imaginativen Literatur als vielschichtiges Phänomen.“

 Literatur Brockhaus