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Film

„Trench 11“ – Böse deutsche Experimente im 1. Weltkrieg

Filmszene (Ausschnitt) Filmszene (Ausschnitt)

Kurz vor dem Ende des ersten Weltkrieges entdeckt der britische Geheimdienst eine versteckte unterirdische Geheimbasis der Deutschen. Unerwartete Schrecken lauern.

Kurzrezension

Eine Gruppe von sechs Soldaten untersucht die versteckte Forschungsbasis der Deutschen, die von den Briten als „Trench 11“ bezeichnet wird. Dort angelangt, manifestieren sich die Schrecken des Krieges und noch weitaus schlimmere, denn offenbar haben die deutschen Soldaten sich gegenseitig getötet. Der Bunker unter der Erde ist versiegelt, ein deutscher Soldat hat das Massaker bis hierhin überlebt und warnt die Eindringlinge davor, den Bunker zu öffnen. Als dieser geöffnet wird, wählt er lieber den Tod, als noch eine Sekunde länger zu leben. Die Schrecken, die in „Trench 11“ warten, werden durch diese Szene als unerträglich grausam angekündigt.

In einer anderen Handlung werden Deutsche entsendet, um den Bunker, der weitgehend als eine Schande für das gesamte Volk gewertet wird, endgültig zu vernichten. Die Spracheinlagen in Deutsch sind weitgehend lustig anzuhören, denn nur die wenigsten Darsteller, die Deutsch sprechen, scheinen dies als ihre Muttersprache zu tun. Dadurch entstehen für deutschsprachige Zuschauer einige ungewollte komödiantische Elemente, in einem Film, der zum einen die Grausamkeit des Krieges und zum anderen die Schrecken einer übernatürlichen Bedrohung vermittelt. Dass hierbei neben dem klaustrophobischen Überlebensszenario noch ein wahnsinniger Wissenschaftler verwendet wird, hält die Dramaturgie spannend. Auch wenn einige formularische Elemente im Film erkennbar sind, werden diese geschickt eingesetzt, um eine spannende Geschichte zu erzählen.

Tren 1Mit einigen sehr gelungenen Splattereffekten und einem engen Szenario punktet Trench 11. Es ist ein ungewöhnlicher und spezieller Film, der die Bösartigkeit des ersten Weltkrieges mit etwas Übernatürlichem vermischt, was bisher nur in diesem Film und Death Watch gelungen ist. Dass dieser Film kaum Budget hatte, ist kaum spürbar. Düster und mit viel Fingerspitzengefühl werden Gewalt- und Ekelmomente eingebracht, die sich nicht abnutzen, sondern die Atmosphäre des Werkes unterstützen. Diese Atmosphäre – eine Mischung aus Überlebenskampf im ersten Weltkrieg und einer übernatürlichen Bedrohung – macht Trench 11 zu einem besonderen Film. Die Schrecken des Krieges sind allgegenwärtig, auch wenn die Figuren aller Nationen ambivalent inszeniert werden. Die Figuren sind oftmals stereotyp, das beste Beispiel ist der Deutsche Reiner (Robert Stadlober), genannt „der Prophet“, der eine beeindruckende Performanz des Monsters im Menschen liefert. Positiv fällt auf, das im Figureninventar viel Ambivalenz gegeben ist. So gibt es beispielsweise einen Briten, der ein richtig miesen Charaktere besitzt oder einen Deutschen, der das Ende der Gräueltaten herbeisehnt. Das hält den Film interessant und lässt die Figuren glaubwürdig erscheinen.

Insgesamt ist Trench 11 ein besonderer Film, der von seiner starken Atmosphäre lebt, die von vielen guten Ideen getragen wird. Der Krieg hat die Figuren gezeichnet, das Szenario ist eng und wird zu einem Überlebenskampf zwischen mehreren Fronten. Regisseur Leo Scherman gelingt es einen Film zu schaffen, der einem den Atem raubt und zum Nachdenken anregt, denn Krieg betrifft alle Menschen und ist etwas Grausames.

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Infokasten

„Trench 11“

Regie: Leo Scherman

Drehbuch: Leo Scherman, Matt Booi

Laufzeit: 90 Minutente

Produzent: Tyler Levine

Verleih: Raven Banner

Kanada | 2017

Letzte Änderung amMontag, 25 September 2017 18:10
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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Unter anderem auch das

"Games introduced us to a symbiotic relationship with machines that we took for granted."

(aus Gordon Calleja (2011) In-Game, S.2)