log in

Gaming

„Diablo“ ist wieder da!

Screenshot (Ausschnitt) Blizzard Entertainment Screenshot (Ausschnitt)

Blizzard gönnt dem Hack-and-Slash-Adventure, das dieses Genre maßgebend geprägt hat, eine Wiederveröffentlichung. Für rund 10 Euro und DRM-frei exklusiv bei GoG.

Angespielt | Kurzrezension

Diablo 1Diablo war über Jahre hinweg das meist gewünschte Spiel bei Good old Games (GoG), einer Plattform, die primär dafür bekannt ist, Spielklassiker in lauffähigen „Digital Rights Managment“-freien („DRM“) Versionen anzubieten. Das bedeutet, die Spiele kommen ohne Kopierschutz, ohne Serial Keys, ohne Internetpflicht und ohne Geolock. GoG gehört CDProject Red, den Machern der „The Witcher“-Spiele. Dort finden sich seit Jahren unzählige Spieleklassiker, kompatibel mit den neuesten Betriebssystemen – was bei dem Alter der Spiele keine Selbstverständlichkeit ist. Wer beispielsweise mal versucht hat, Half-life oder Die Siedler III auf einer neueren Windows Version zum Laufen zu bringen, der weiß, wie aufwändig so etwas sein kann. Hier bietet GoG oftmals eine angenehme Lösung, mit einem Installer, der direkt in Windows funktioniert. Manchmal muss für lokalen Multiplayer noch einiges gepachtet werden (z. B. im genannten Fall von Die Siedler III), aber das Spiel ist grundlegend lauffähig.

Diablo 2Eine der erfreulichsten Neuerungen am wiederveröffentlichten Diablo ist, dass es nun das TCP/IP-Netzwerkprotokoll unterstützt. 1996 habe ich dieses Spiel mit drei Freunden nächtelang im BNC-Netzwerk gespielt, über das IPX-Protokoll, das derart langsam, veraltet und umständlich ist, dass es heute nicht mehr möglich ist, da die technischen Möglichkeiten in aktueller Hardware nicht mehr vorgesehen sind. Dennoch war Diablo bisher im Netzwerk nur für dieses Protokoll kompatibel, was das Spiel in dieser Form heute unspielbar machte. In der Version bei GoG läuft das Spiel im Netzwerk, über das Battle.net von Blizzard und im Single Player einwandfrei. Hierbei können zwei Versionen gespielt werden, eine vollständig Windows 10 kompatible oder eine klassische, die noch ursprüngliche SVGA-Grafik unterstützt und im Grunde keine Überarbeitungen erhalten hat.

Anno 2019 ist Diablo merklich in die Jahre gekommen. Dennoch ist das Spiel ein Meilenstein und es bereitet Freude dieses Spiel, 23 Jahre nach der ersten Veröffentlichung, auf einem modernen PC spielen zu können. Auch wenn alles etwas langsamer und antiquierter wirkt als damals, in der Essenz bleibt Diablo ein sehr gutes Spiel, das man stundenlang spielen kann. Gehört das „Dupen“ zum Diablo-Spielgefühl? Jene Spieler, die damals die Programmierlücke ausgenutzt haben, um Gegenstände zu duplizieren, können zudem beruhigt werden. Auch das ist noch immer möglich. Einer entspannten Retro-LAN mit Diablo steht nichts mehr im Weg, womit ein lange Zeit vermisster Titel endlich in einer spielbaren Version für aktuelle PCs erschienen ist.

Angespielt auf Mellowdramatix: Diablo

Trailer zu Diablo

Infokasten

„Diablo“

Entwickler: Blizzard Entertainment

Publisher: Blizzard Entertainment, Good old Games (GoG)

Erstveröffentlichung: 31.12.1996 (Nordamerika), 02.11.1997 (Europa)

Plattform: Windows PC

Wiederveröffentlichung: Ab dem 07.03.2019 als Download verfügbar (GoG).

Bildrechte: Die Bilder dieses Artikels sind Ausschnitte aus dem besprochenen Medieninhalt. Deren Rechteinhaber können Sie dieser Infobox entnehmen.

Letzte Änderung amMittwoch, 08 Mai 2019 17:13
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

Schreibe einen Kommentar

Unter anderem auch das . . .

„Fantasy is escapist, and that is its glory. If a soldier is imprisioned by the enemy, don't we consider it his duty to escape? If we value the freedom of mind and soul, if we're partisans of liberty, then it's our plain duty to escape, and to take as many people with us as we can!“

― J. R. R. Tolkien