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Gaming

„South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe“, ein niveauloser Spaß

Screen Shot (Ladebildschirm) Ubisoft Screen Shot (Ladebildschirm)

Die Fortsetzung von Stab der Wahrheit wurde häufig verschoben und ist nun etwas überraschend am 18. Oktober veröffentlicht worden. Wir haben es uns angesehen.

Angespielt mit Video

Im Frühjahr 2014 wurde das erste Adventure-Game aus dem Hause South Park veröffentlicht und machte vor allem durch krasse Zensurkürzungen auf sich aufmerksam. Der Stab der Wahrheit erschien für den PC in einer leicht gekürzten, hingegen für Xbox 360 und PlayStation 3 in einer stark gekürzten Fassung. Beide Versionen hatten Probleme mit Nazisymbolik und sexuell fragwürdigem Humor, was nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern eine Zensur des Spiels zur Folge hatte. Kennt man das Spiel, fragt man sich, warum diese Eingriffe in das Spiel notwendig waren. Während das Spiel nun auf der Xbox mit einem Trick – den wir hier nicht nennen werden – in einer komplett ungekürzten Fassung spielbar ist, warten PC- und PlayStation-Kunden noch heute auf eine vollständige Version. Nun ist der Nachfolger erschienen und ab 16 Jahren freigegeben worden. Das überrascht bei der Vorgeschichte, denn Die rektakuläre Zerreißprobe zügelt sich im Vergleich zum Vorgänger keineswegs. Es ist South Park, so wie man es erwartet. Da ist der Humor politisch einfach inkorrekt und die Inszenierung so sehr überzeichnet, wie es für gesellschaftskritisch motivierte Satire benötigt wird.

Was hat sich nun geändert? Es ist zur Veröffentlichung noch unklar, ob und wenn ja, wie das Spiel für den deutschen Markt gekürzt wurde. Wer damit keine Probleme haben möchte und des Englischen mächtig ist, kann zumindest auf der Xbox One das System auf die USA umstellen und dann das Spiel in der US-Fassung herunterladen. Es wird jedoch vermutet, dass es dieses Mal keine Zensuren gegeben hat, zumindest ist nichts darüber bekannt. In den ersten Minuten des Spiels gibt es nichts, dass offensichtlich verändert war – ein gutes Zeichen, bedenkt man, dass die Zensuren in Stab der Wahrheit noch klar gekennzeichnet wurden. Grundlegend spielt sich Die rektakuläre Zerreißprobe ähnlich wie der Vorgänger. Als eine direkte narrative Fortsetzung zum ersten Teil wird recht schnell deutlich, dass die Übersetzung des mehrdeutigen englischen Titels The Fractured But Whole den Teil eines ‚zersplitterten Ganzen‘ vollständig ignoriert und somit die zerrütteten Freundschaftsverhältnisse der Kinder in ihren Superheldenrollen nicht gut abbildet. Durch das hohe Maß an Fäkalhumor und den Faktor, dass Fürze noch immer als Kampfelement eingesetzt werden können, passt der Titel dennoch, den man als ein positives Beispiel für eine kreative Übersetzung werden kann.

Die Kinder spielen nicht mehr Game of Thrones, sondern Superhelden. Das Kampfsystem ist etwas optimiert worden, was mehr Strategie ermöglicht. Der Humor ist derb, die Story gut und die Spielwelt und Figuren überzeugen ebenso wie im ersten Teil. Für Fans von South Park ist das Spiel wie eine lange interaktive Episode, für alle anderen ein gelungenes Adventure mit derbem Humor, kranken Ideen und absichtsvoll wenig Niveau. Man bekommt also genau das, was man erwarten konnte. Dieses Mal sogar mit deutscher Sprachausgabe der Seriensprecher. Eine Demo gibt es ebenfalls, sodass ein Ersteindruck ohne Kosten möglich ist.

Angespielt im Video South Park: The Fractured But Whole

Infokasten

Designer: Ken Strickland

Director: Christopher Brion, Trey Parker, Jason V. Schroeder

Autoren: Trey Parker, Matt Stone, Vernon Chatman, Mark Mulney, Jameel Saleem

Entwickler: Ubisoft, Ubisoft San Fransisco

Publisher: Ubisoft

Plattformen: Xbox One, PlayStation 4, Windows PC

Ab 16 Jahren (Kürzungen sind nicht bekannt, werden jedoch angenommen).

Ab dem 17.10.2017 im Handel auf Disc und digital.

Letzte Änderung amDonnerstag, 26 Oktober 2017 15:01
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„But it is the book that's the original, this book is the result of the author‘s unique, inimitable talent. Transfer a book into a virtual world? Funny. It‘s impossible.“ Andrzej Sapkowski über das Verhältnis seiner Fantasyromane zu ihrer Versoftung The Witcher (eurogamer.net).