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Gaming

„Pixel Heroes: Byte & Magic“ von The Bit Father

Empfehlung Screenshot The Bit Father Screenshot

Das bockschwere Pixel-Look-Adventure-Game überzeugt durch witzige Dialoge, Selbstreflexion und augenzwinkerndem Umgang mit Klischees von Rollenspielen und Nerds.

Angespielt: Ein knapper Ersteindruck zu Games in Text und Video

Wahnsinn! Das ist, was einen erwartet in der Pixel-Schlacht Pixel Heroes: Byte & Magic. Wähle aus drei Schwierigkeitsgraden (beginnend bei Schwer) eine Kampagne aus. Spielt man erstmals, steht nur eine Kampagne zur Verfügung, mit dem großartigen Titel „Fools of Radiance“ („Deppen des Glanzes“). Wähle in der Taverne drei Helden und dann geht es los. Auf ins Abenteuer. Unvermittelt betritt ein Irrer mit einem Schild die Taverne. Aufschrift des Schildes: „the End“. Der auffällig Verwirrte kündigt das Ende der Welt an, weil ein großes altes Übel erwachen wird (Verweis auf Lovecraft). Wir werden ihn wiedersehen, wenn die Zeit gekommen ist. Das ist genau nach sieben Abenteuern der Fall, die von Einwohnern der Stadt zufällig vergeben werden. Die Aufträge sind so bescheuert, wie man sich alle Klischees über „Pen & Paper“-Rollenspiele wie AD&D, DSA, Pathfinder und Konsorten vorstellt. Geh in ein Dungeon, verdrisch ein paar Monster, mach den Boss kalt und berge einen Questgegenstand. Dabei das Looten und Leveln nicht vergessen. Schon kann man die Stadt verlassen und sich auf den Weg zu immer einem Abenteuer machen.

Während der Aufträge kann die Gruppe nicht in die Stadt zurückkehren, daher sollte die bestmögliche Ausrüstung eingepackt werden und einige Heiltränke. Auf jedem Fußmarsch gibt es drei Zufallsbegegnungen, die – teilweise abhängig von Spielerentscheidungen – unterschiedliche Verläufe nehmen können. Da muss man sich mal mit der Hand eines Nekromanten herumschlagen oder das Totem eines heidnischen Gottes anbeten oder zerstören. Die Legende besagt, dass in der Welt auch ein Hobbit – ähhh, ein kleinwüchsiger, menschenartiger Charakter mit pelzigen Füßen und einem Ring – herumirrt. Mit viel Liebe zum Detail werden die Fantasy-Ikonen, Vorurteile und Klischees aufgegriffen und gekonnt verarscht. Der Entwickler macht sich aber auch über sein eigenes Spiel lustig. Beispielsweise steht manchmal ein Nerd am Straßenrand, der sich beschwert, weil das Inventar nur 20 Plätze hat und Charaktere nach ihrem Tod permanent gestorben sind. Diese Form von Metafiktion definiert das gesamte Spiel. Hinzu kommt ein wirklich anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad. Langzeitspielwert ist allerdings nicht gegeben, dazu sind die Aufgaben zu repetitiv. Wird die erste Gruppe an die Wand gefahren, erhält man eine Trophäe, welche die Essenz des Spiels auf den Punkt bringt: „Willkommen bei Pixel Heroes“.

Kurzweiliger Stumpfsinn, der durch witziges Design überzeugt, allerdings nach wenigen Durchläufen an Reiz verliert. Besonders die Zufallsbegegnungen sorgen immer wieder für erfrischende Witze, die einen zumindest für eine Weile bei der Stange halten können. Wird dann aber vor dem Ende der ersten Kampagne die gesamte Gruppe ausgelöscht, ist das schon frustrierend, denn dann beginnt man wieder bei Null.

Video Angespielt: Pixel Heroes Byte & Magic

Infokasten

„Pixel Heroes Byte & Magic“

Entwickler: The Bit Father

Publisher: Head Up Games

Plattformen: Xbox One, PlayStation 4, PC

Deutschland 2015

Als Download auf allen Plattformen verfügbar.

Letzte Änderung amDonnerstag, 24 August 2017 20:58
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„But it is the book that's the original, this book is the result of the author‘s unique, inimitable talent. Transfer a book into a virtual world? Funny. It‘s impossible.“ Andrzej Sapkowski über das Verhältnis seiner Fantasyromane zu ihrer Versoftung The Witcher (eurogamer.net).