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Film

„47 Meters Down“ – Am Grund des Meeres hört dich niemand schreien.

Ein Unterwasser-Überlebensszenario, in dem zwei Schwestern in einem Käfig mit dem Tod ringen müssen. Was plump klingt, entpuppt sich als unterhaltsamer Thriller.

In Kürze: 250 Wörter über…

Die ungleichen Schwestern Lisa (Mandy Moore) und Kate (Claire Holt) machen gemeinsam einen Urlaub in Mexiko und beschließen, an einem halblegalen Haibeobachtungs-Ausflug teilzunehmen. Dabei geht allerdings etwas schief und die beiden finden sich mit wenig verbleibendem Sauerstoff am Grund des Meeres wieder, in einer Tiefe von 47 Metern.

Übersteht man als Zuschauer die quälend langen ersten Minuten des Werkes, in denen kaum etwas Relevantes vermittelt wird, belohnt einen dieser Film mit einem klaustrophobischen und intensiven Überlebenskampf am Meeresgrund. Die Ausgangslage erinnert an Open Water, doch auch wenn hier ebenfalls Haie eine Bedrohung darstellen, hält das kompakte Szenario weitere Wendungen auf Lager, die dem Film immer wieder eine spannende oder überraschende Richtung geben. Aufgrund der recht langen Exposition wäre ein sinnstiftender Epilog, der darauf Bezug nimmt, zielführend gewesen. Auf diesen wird jedoch verzichtet, sodass es keine Katharsis für die Protagonistinnen und andere beteiligte Figuren gibt. Dieser Umstand ist etwas schade, denn das Potential wäre da gewesen, hier noch eine abschließende Reflexion einzuarbeiten. Anders als in anderen Hai-Horrorfilmen gelingt es diesem Film allerdings die Grenze zum Trash nicht zu überschreiten und eine figurenzentrische Tragödie zu liefern, die überraschend spannend ist.

47 Meters Down ist ein Film, den man nicht auf der großen Leinwand gesehen haben muss. Einige stimmungsvolle Unterwasseraufnahmen, eine beeindruckende Soundkulisse und zwei spannende Drittel machen den Film dennoch lohnenswert. Die CGI sieht auf einer kleineren Wiedergabefläche vermutlich auch besser aus, was aber nicht bedeutet, dass diese schlecht ist. 47 Meters Down ist ein Film, den man mal gut gucken kann, wenn man Lust auf Spannung hat.

Trailer zu 47 Meters Down

 

Infokasten

„47 Meters Down“

Regie: Johannes Roberts

Drehbuch: Johannes Roberts, Ernest Riera

Laufzeit: 89 Minuten

Produzent: James Harris, Mark Lane

Verleih: Universum Film / SquareOne Entertainment

UK 2017

Letzte Änderung amSamstag, 16 September 2017 01:04
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

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„Der Traum ist ein zweites Leben. Ich habe nie ohne zu schaudern durch die Elfenbein- oder Horntore dringen können, die uns von der unsichtbaren Welt scheiden. Die ersten Augenblicke des Schlafes sind das Bild des Todes. Eine nebelhafte Erstarrung ergreift unsern Gedanken, und wir können den genauen Augenblick nicht feststellen, wo das Ich in einer andern Form die Tätigkeit des Daseins fortsetzt. Ein ungewisses unterirdisches Gewölbe erhellt sich allmählich und aus dem Schatten der Nacht lösen sich in ernster Unbeweglichkeit die bleichen Figuren, welche den Vorhof der Ewigkeit bewohnen. Dann nimmt das Bild Form an, eine neue Helligkeit erleuchtet diese Erscheinungen in wunderlichem Spiel: - es öffnet sich uns die Welt der Geister.“

– Gérard de Nerval in „Aurelia oder Der Traum und das Leben