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Gaming

„Bleed“ ist zurück und rockt noch immer

Screenshot Bootdisk Revolution Screenshot

Es ist schon fünf Jahre her, da machte ein spezieller Side-Scroll-Action-Shooter auf der Xbox 360 von sich reden: Bleed. Jetzt neu für Xbox One und PlayStation 4.

Rezension mit Angespielt-Video

Wirklich schon fünf Jahre? Wie die Zeit vergeht. Bleed war 2012 eine Überraschung und einer der Gründe, das Indie-Portal auf der Xbox 360 fortan im Auge zu behalten. Viele großartige Spiele sind dort erschienen, die allerdings nur von einigen Enthusiasten wahrgenommen wurden. Bleed erhielt gute Bewertungen und wurde irgendwann auf Steam veröffentlicht, für Windows und Mac OS. Dann wurde es längere Zeit still um das Spiel und es verschwand langsam wieder aus der Wahrnehmung. Als dann vor rund einem Monat Bleed für die aktuellen Konsolen angekündigt wurde, war das ein Sofortkauf, denn das Spiel – so schwer es auch ist – macht großen Spaß.

Bleed 3Auf der Xbox 360 war der Controller noch nicht so gut (hat man damals aber nicht gemerkt) und eigentlich halte ich die „alten“ Spiele immer in Ehren, pflege die Technik, um diese noch möglichst lange nutzen zu können, doch manchmal, da freut man sich auch, wenn etwas Altes wiederkehrt. Bleed ist mit seinem schrulligen Humor und der plumpen Handlung eine Hommage an Spiele-Klassiker wie Probotector – Alien Rebells (Contra III) und Mega Man. Die Level sind kurz, aber knackig, überraschen durch Zwischengegner und haben allesamt einen Boss-Kampf am Ende. Das Waffen-Arsenal ist zunächst beschränkt, abgesehen von einem Pistolenpaar und dem Raketenwerfer muss unsere Heldin sich alles erst kaufen. Das geschieht nicht durch echtes Geld – sowas war 2012 noch nicht üblich; schöne Zeit war das – sondern durch Punkte, die in den Levels erreicht werden. Die Protagonistin trägt den Namen Wryn und will die Beste werden. Der größte Held der Welt, um genau zu sein. Dafür muss sie die sechs Besten der Welt besiegen. Am Ende wartet noch eine kleine Überraschung.

Die Steuerung über die Schultertasten und Analogsticks ist zunächst ungewohnt, hat man sich jedoch daran gewöhnt, fließt das Spiel. Die Spielfigur kann in bester Max-Payne-Manier durch die Level geschleudert werden, in Bullet-Time und mit mehrfachen Sprüngen hintereinander. Das sieht nicht nur gut aus, das ist auch effizient, sofern man es beherrscht. Viele Spielende werden sich am hohen Schwierigkeitsgrad stören, denn dieser ist selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad gegeben. Aber man wird jedes Mal besser.

Bleed 1Bleed ist eins dieser Spiele, die in rund 30 Minuten durchgespielt werden können, wenn man es „drauf“ hat. Also ein Spiel, das wie damals auf dem Super Nintendo Entertainment System oder dem Sega MegaDrive ohne Speicherung durchgespielt werden muss. Das waren Spiele, die man beherrschen musste, wollte man diese schaffen. Solange spielen, bis man nicht mehr scheitert, das war die Devise, durch den höheren Schwierigkeitsgrad wirkten diese Spiele nicht so kurz, wie sie eigentlich sind. Diesen Gedanken sollte man auch bei Bleed im Hinterkopf behalten, wenn man sich fragt, ist das Spiel wirklich 10 Euro wert? Ja, das ist es. Verglichen mit anderen Spielen bekommt man hier viel für sein Geld und kann das Spiel lokal sogar zu zweit spielen – was ich allerdings noch nie getestet habe. Bei Bleed ist es möglich zwischen den Leveln Ausrüstung und Upgrades zu erwerben. Die Level sind alle einzeln auswählbar, sodass man immer nur ein Level zurzeit schaffen muss. Es gibt allerdings auch einen Arcade-Modus, bei dem alle Level am Stück auf nur einem einzigen Leben geschafft werden müssen, das ist selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad extrem anspruchsvoll.

Ein wunderbares Spiel ist nun auf PlayStation 4 und Xbox One verfügbar. Wer es noch nicht hat oder es mit einem besseren Controller erneut spielen möchte, der bekommt für 10 Euro ein sehr gelungenes, sauber portiertes Spiel, das auch nach fünf Jahren kein bisschen Staub angesetzt hat.

Trailer Bleed

Angespielt: Das erste Level aus Bleed

Infokasten

„Bleed“

Entwickler: Bootdisk Revolution

Publisher: Digerati Distribution

Portierung: Nephilim Game Studios

Plattformen: Xbox One, PlayStation 4 (PC, Mac OS, Xbox 360)

USA 2017 (2012)

Letzte Änderung amMontag, 02 Oktober 2017 09:13
Thomas Heuer

Medienwissenschaftler M.A., Multimedia Production B.A., Horrorforscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

 

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„Phantastik, auch Fantastik, ist ein literarischer Genrebegriff, der in Fachkreisen sehr unterschiedlich definiert wird. Außerwissenschaftlich bezeichnet der Begriff „fantastisch“ alles, was unglaublich, versponnen, wunderbar oder großartig ist. Der Ursprung des Begriffs „phantastische Literatur“ ist ein Übersetzungsfehler: E. T. A. Hoffmanns „Fantasiestücke in Callots Manier“ wurden 1814 als „Contes fantastiques“ ins Französische übersetzt, statt richtigerweise als „Contes de la fantaisie“.“

– Wikipedia