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Ein Besuch auf dem Nordcon 2017

Nordcon-Logo (Ausschnitt Programmheft) Nordcon-Logo (Ausschnitt Programmheft)

Der Nordcon ist einer der größten freien Conventions für phantastische Spiele und Literatur. Bei einem Besuch habe ich das oder eine andere für euch entdeckt.

Veranstaltungsbericht

Vergangenes Wochenende tummelten sich an der Schule am Pachthof in Hamburg allerhand Menschen, die sich für verschiedene Spielarten der Phantastik in Literatur und Spiel begeistern, darunter Gesellschaftsspiele wie „Pen & Paper“-Rollenspiele, LARP (Live Action Role Playing), Tabletop oder Brett- und Kartenspiele. Unter den Conventions für Phantastik im hohen Norden ist der Nordcon eine der größten, laut den Veranstaltern sogar die größte deutschlandweit.

Phantastik in Spiel und Literatur

Auf dieser Convention gibt es einiges zu entdecken: Während im Schulgebäude auf zwei Stockwerken Schriftsteller und Spieleentwickler, Verlage und Fantasyläden ihre phantastischen Welten und Produkte vorstellen, finden in der Turnhalle im Erdgeschoss Tabletop-Schlachten statt – hier ziehen die Spielenden Regimenter aus eigenhändig bemalten Miniaturen in Gefechte, über deren Ausgang Taktik und Würfelglück entscheiden. Derweil verteidigen sich im Gym der Schule die Überlebenden einer Zombieapokalypse mit NERF-Guns gegen die Untoten. Auf dem Schulhof in einem offenen Zelt präsentieren die Illustratoren Anna Kersten, Jennifer S. Lange und Oliver Wetter ihre Künste. Auf einer Wiese, die an das Gelände angeschlossen ist, können sich die Mutigen außerdem in Polsterwaffen-Gefechte stürzen.

Hier im Grün ist der LARP-Bereich des Nordcons, wo auf einer kleinen Bühne Mittelalter-Bands auftreten und viele mittelalterlich anmutende Zelte stehen, die allerlei Nützliches für Heldinnen und Helden anbieten: Schmuck und Accessoires, Taschen und Beutel, Polsterwaffen und Kleidungsstücke aller Art, auch Rüstzeug für den Live-Rollenspieler, der sich wie eine Figur aus einer phantastischen Welt verkleidet und so für eine Weile in eine erdachte Rolle schlüpft, die er gemeinsam mit anderen Spielern in Abenteuer führt. Überhaupt sind viele der Besucher „gewandet“, wie man in der Szene sagt: Sie tragen aufwändige, meist selbstgemachte Verkleidungen und werden so zu Orks, Elfen und Barbaren, aber auch Piraten waren zu sehen, Ritter oder einfache Leute in mittelalterlichen Gewänden. Schon dadurch entstand eine besondere Stimmung; als wäre man tatsächlich in eine andere Welt hinübergetreten.

Eine Entdeckungsreise für Insider und Einsteiger

Um das Eintauchen in andere Welten und ihr Kennenlernen geht es denn auch auf dem Nordcon. Es gibt viele Probespiele, um zum Beispiel neue Spielsysteme kennenzulernen oder um überhaupt erst einmal mit dem in Berührung zu kommen, was sich hinter Begriffen wie LARP, Pen & Paper oder Tabletop verbirgt. Wem das alles nicht geläufig ist, der kann sich auf Conventions wie dieser in Workshops und Spielrunden informieren und ausprobieren. Aber auch für Insider gibt es vieles, etwa Workshops fürs Spielleiten in „Pen & Paper“-Rollenspielen, für den Spannungsaufbau in Romanen oder Tipps fürs mündliche Erzählen, falls man einen Barden im LARP spielen will. Zwischen Workshops und Spielrunden sind viele Lesungen gestreut, unter anderem von Markus Heitz, der aus seinem Roman Des Teufels Gebetbuch gelesen hat.

Sogar der Verein für historische Fechtkunst Lüneburg ist dieses Jahr wieder auf der Wiese zugegen und stellt das Fechten mit Schwert, Degen und Säbel nicht nur zur Schau, sondern liefert auch Theorie und Geschichte dazu. Worin unterscheiden sich Schwert, Degen und Säbel? Für welchen Fechtstil wurden sie gemacht? Da das Fechten in abenteuerlichen Welten und Geschichten eine wichtige Rolle einnimmt (fürs Liverollenspiel will es auch wirklich gelernt sein), ist es spannend, den Ausführungen der Fechtsportler zu lauschen.

Insgesamt ist der Besuch auf der Nordcon 2017 ein abwechslungsreiches Erlebnis, das im Übrigen auch für Kinder viel parat hat. Es gibt weit mehr im Angebot, als man wahrnehmen kann, da man leider nur an einer Stelle zugleich sein kann. Das verleiht einem allerdings das wunderbare Gefühl, aus dem Vollen zu schöpfen und sich das herauszupicken zu können, was einen am meisten interessiert.

Entdeckungen auf der Nordcon

Auf der Nordcon 2017 habe ich das eine oder andere entdeckt, das vielversprechend klingt und ich euch daher kurz vorstellen möchte:

Letzte Änderung amFreitag, 25 August 2017 05:42
André Vollmer

Schriftsteller, Philologe und Journalist (Germanistik & Skandinavistik, M.A.)

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Unter anderem auch das

„If Pac-Man had affected us as kids, we'd all be running around in dark rooms, munching pills and listening to repetitive electronic music.“

Marcus Brigstocke