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Batman-Fanfilm „Ashes to Ashes“

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Brutal, düster und ohne Hoffnungsschimmer,  Ashes to Ashes ist ein von Fans gemachter Batman-Film mit Horroranleihen und nichts für schwache Nerven.

Rezension

Zwischen all den Videospielen, Filmen und Comics, die es in letzter Zeit zu Batman gegeben hat, soll heute auch ein von Fans produzierter Film glänzen dürfen. Ashes to Ashes mischt ein Gotham City der 30er Jahre mit Sin City. Aus der Kreuzung geht ein gnadenloser Film hervor, der Batman zu einem Rachedämon ohne Skrupel werden lässt.

batman-ashes_to_ashesZwar heißt der französische Kurzfilm Ashes to Ashes – A Batman Fan Film, die Hauptrolle fällt dennoch nicht dem maskierten Milliardärssohn Bruce Wayne zu, sondern dem Kleinganoven Edward James Stone, den seine Freunde schlicht Eddy nennen. Gemeinsam mit zwei anderen hoffnungslosen Gestalten soll Eddy in ein Anwesen einbrechen und einen Edelstein stehlen. Den Schlüssel dazu liefert Eddys Geliebte, zunächst unklar, woher sie ihn hat. Als dann der Einbruch eskaliert und der Butler, der sich gegen die Störenfriede zur Wehr setzt, von Eddy im Affekt erschlagen wird, ist es endgültig besiegelt: Die Drei kommen nicht mehr von der schiefen Bahn herunter. Während die zwielichtigen Jobs also weiter gehen und skrupelloser werden, verstricken namhafte Verbrecherfiguren aus Gotham City die Gauner in ihre Machenschaften. Unbemerkt setzt sich ein dunkler Verfolger auf die Spur der Drei: Batman.

So wie Storywriter Samual Bodin den ambivalenten Helden interpretiert, ist er keineswegs der dunkle Ritter, wie ihn Christopher Nolans Filme in den letzten Jahren inszenierten, sondern die ultimative Selbstjustiz. Bodin macht Batman zu einem zornigen Rachedämon, der nicht ruht, bis die drei Gauner tot sind. Batman „is kinda like an enormous Nosferatu whom you just can’t define the contours – a furious divinity if we could say so“, erklärt der Schreiber auf der Webseite des Films. Der erschlagene Butler nämlich, mit dem alles begonnen hat, ist niemand Anderes als Batmans treuer Freund Alfred. Es war das Anwesen von Bruce Wayne, in das Eddy und seine Gaunerkollegen eingebrochen sind. Doch damit nicht genug: Der Rachefeldzug der Fledermaus scheint von langer Hand geplant, und zwar von dem König der bösen Energien überhaupt, der auch für sein Instrument namens Eddy eine besonders grässliche und verhöhnende Rolle vorgesehen hat. Sein Name muss hier nicht genannt werden, um zu wissen, wer gemeint ist.

Ashes to Ashes inszeniert Gotham City aus Kleinganoven-Sicht, in der sich gottgleiche Wesen einen Schlagabtausch liefern: ein dunkler Rächer gegen Verbrechergenies. Dabei ist alles durchweg düster und ohne jeden Hoffnungsschimmer. Schon der Anfang deutet das katastrophale Ende an: Ein geknebelter und wimmernder Eddy kippelt mit dem Stuhl, an den er gefesselt ist. Der Look des Films, der sich mehr oder weniger auf die Farben Grau, Rot und Schwarz beschränkt, erinnert an Sin City und unterstreicht das Sündhafte von Gotham City. So sündig wie die Stadt insgesamt sind auch alle auftretenden Figuren, selbst Batman, dem hier der sein Grundsatz, niemanden zu töten, abhanden geht. Ashes to Ashes ist nichts für schwache Nerven und kann durch seine punktiert heftigen Szenen eine Grenzerfahrung beim Zuschauer erzeugen, eine Verfahrensweise, die ich intuitiv als aus dem Horror-Genre entliehen sehen würde, im Speziellen aus dem Subgenre Torture-Porn. Die Szenen, auf die ich hier anspiele, haben mich ähnlich verstört, wie es später heftiger nur noch der spanische Home-Invasion-Film Kidnapped geschafft hat, den ich dieses Jahr auf den Fantasy Filmfest Nights gesehen habe.

Update 21.07.2012: Die Webseite der Macher ist offensichtlich offline gegangen. Der Film kann auf den verschiedenen Videoportalen noch gefunden werden, zum Beispiel hier: Ashes to Ashes – A Batman Fan Film auf vimeo. Das scheint,  zumindest dem Namen nach, auch der offizielle vimeo-Account von Julien Mokrani, einem der beiden Regisseure, zu sein.

 

Der düstere Fanfilm Batman: Ashes to Ashes

 

Letzte Änderung amSonntag, 28 Juni 2020 07:38
Joschua Sanders

Seit längerem gibt Joschua vor, an einem Roman zu arbeiten. Niemand in der Redaktion weiß so recht, ob da etwas dran ist. In seiner Freizeit skatet er oder ist hier als Online-Autor und Blogger unterwegs.

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