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„Flashback“ – Die Auffaltung der Möglichkeiten

Empfehlung Filmszene (Ausschnitt) Capelight Pictures Filmszene (Ausschnitt)

Dieser Thriller beginnt mit der Suche nach einer Verschwundenen und mündet in einer phantastischen Bilderflut jenseits gewohnter Filmästhetik und Deutbarkeit.

In Kürze: 250 Wörter über…

Als Fredrick Fitzell (Dylan O'Brien) einem vernarbten Obdachlosen (Connor Smith) begegnet, der ihm scheinbar willkürliche Wortfetzen entgegenschleudert, lässt ihn diese Begegnung verstört zurück. Denn plötzlich spürt er, dass er etwas Essenzielles aus seiner Vergangenheit vergessen hat – eine geheimnisvolle junge Frau namens Cindy (Maika Monroe). Während der Schulzeit hatten sie und Fredrick mit der Droge Mercury herumexperimentiert. Dann, eines Nachts, war Cindy verschwunden. Jetzt plagen Fredrick widersprüchliche Erinnerungsschübe, in denen Cindy immer wieder auftaucht. Er beschließt nachzuforschen.

fb 2Flashback hebt als Thriller an und wird, je tiefer Fredrick in die Vergangenheit eintaucht, zu einem visuellen Trip, auf den man sich am besten einlässt, ohne viel darüber zu wissen. Nur so viel: die titelgebenden Flashbacks könnten etwas ganz anderes sein als gewaltsame Erinnerungsschübe. Aber was sind sie? Ein endloser Drogenrausch, die Auffaltung der Wirklichkeit in alternative Realitäten, eine filmische Metapher für das menschliche Schicksal und was es entgegen dem freien Willen bestimmt? Flashback bietet explizit mehrere Deutungen an. Klar ist, dass dieser besondere Film einen Möglichkeitsraum aus alternativen Geschichtsverläufen in einer Gleichzeitigkeit inszeniert, wie es womöglich nur das Medium Film kann, weil es per se aus Bewegtbildmontagen besteht, die einen Zusammenhang suggerieren. Die phantastische, geradezu psychedelische Wirkung der in Flashback verwirklichten Ästhetik wird durch den teils träumerischen, teils beklemmenden Elektro-Soundtrack von Pilotpriest verstärkt. Wer Dylan O'Brien in Love and Monsters als trotteligen Mittzwanziger zum Verlieben fand, wird hier eine ganz andere Seite des Schauspielers erleben.

Flashback, dessen Originaltitel The Education of Fredrick Fitzell lautet, ist eine ästhetisch intensive Odyssee über Möglichkeit und Bestimmung. Philosophisch, zugleich in seiner filmischen Machart herausragend.

 

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Trailer zu Flashback

 

Infokasten

„Flashback“

Regie: Christopher MacBride

Drehbuch: Christopher MacBride

Laufzeit: 97 Minuten

Produzent: Lee Kim

Verleih: Capelight Pictures

Kanada | 2020

Veröffentlichung: Im Handel erhältlich ab dem 27. August 2021 (DVD).

Bildrechte: Die Bilder dieses Artikels sind Ausschnitte aus dem besprochenen Medieninhalt. Deren Rechteinhaber können Sie dieser Infobox entnehmen.

Letzte Änderung amDienstag, 13 Juli 2021 07:08
André Vollmer

Schriftsteller. Forscher. Phantast. Am Meer geboren. Gründer von Mellowdramatix.

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„Jahre waren es, da lebte ich nur im Echo meiner Schreie, hungernd und auf den Klippen des Nichts. […] Bis mich die Seuche der Erkenntnis schlug: es geht nirgends etwas vor; es geschieht alles nur in meinem Gehirn. Nun gab es nichts mehr, das mich trug.“

 Gottfried Benn

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