log in

Film

„Fürst der Finsternis“ – Eine Vampirgeschichte ohne viel Innovation

Filmplakat (Ausschnitt) Tiberius Film Filmplakat (Ausschnitt)

Fürst der Finsternis ist eine Randnotiz des Vampir-Genres, die alte Kamellen aus Mythologie, Film und Schauerliteratur zu einer Abenteuerromanze aufwärmt.

In Kürze (250 Wörter über…)

FdF 1Ein uralter Vampirfürst (Mikhail Zhigalov) kehrt in sein angestammtes Schloss zurück und beginnt seine dörfliche Nachbarschaft mit Schrecken zu überziehen. Sein Plan ist nicht nur, seine ähnlich alten Vampirkollegen wiederzuerwecken, er will sich selbst darüber hinaus zu einem Übervampir mit grenzenloser Macht weiterentwickeln. Hierfür allerdings braucht er das einzigartige Blut der Dorfschönheit Milena (Aglaya Shilovskaya), in die sich Andrej  (Konstantin Kryukov) verliebt hat. Als Bote der Zarin hat es ihn nur eines Briefes wegen in die ländliche Gegend verschlagen. Er soll den verbannten Mönch Lavr (Mikhail Porechenkov) in die Hauptstadt zurückholen. Doch wie es aussieht, wird er sich gemeinsam mit Lavr und Milena einer Armee der Finsternis stellen müssen.

Fürst der Finsternis ist eine Randnotiz des Vampir-Genres, die vor der historischen Kulisse eines Dorfes in der Walachei alte Kamellen aus Mythologie, Film und Schauerliteratur zur einer mit Kitsch überladenden Abenteuerromanze aufwärmt. Denn was in der obigen Schilderung wie eine zumindest spannende Abenteuergeschichte klingt, ist letztlich doch sehr unzusammenhängend und wenig stimmungsvoll in Szene gesetzt. Der Fürst und seine Schergen sind stereotype Figuren ebenso wie Andrej, Milena und Lavr in einer Geschichte, die Altbekanntes auf 90 Minuten auswalzt, gespickt mit mäßigen Action- und Fechtsequenzen, die gegen Ende zunehmend verrückter werden. Hätte man hier und da ein wenig mehr gewagt, ein wenig mehr an der Dramaturgie gefeilt, dann wäre Fürst der Finsternis wenigstens unterhaltsam. Aber so ist der Film am treffendsten mit langweilig beschrieben.

Infokasten

„Fürst der Finsternis“ (OT: Vurdalaki)

Regie: Sergey Ginzburg

Drehbuch: Aleksei Tolstoy

Laufzeit: 90 Minuten

Produzent: Gorad

Verleih: Tiberius Film

Russland | 2017

Veröffentlichung am 05.10.2017 auf DVD und Blu-Ray.

Letzte Änderung amDienstag, 03 Oktober 2017 08:40
André Vollmer

Schriftsteller, Philologe und Journalist (Germanistik & Skandinavistik, M.A.)

Schreibe einen Kommentar

Unter anderem auch das

"Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt"

aus Hermann Hesses

Im Nebel