log in

Film

„Hounds of Love“ von Ben Young

Ein Regiedebüt, das es in sich hat. Ben Young liefert mit Hounds of Love einen intensiven extremen Film, der ästhetisch herausfordert und narrativ überrascht.

In Kürze: 250 Wörter über…

Vicki geht noch in die Schule, ist aber bereits deutlich als reife Frau zu erkennen. Entsprechend kompliziert ist auch der Umgang zwischen der pubertierenden Vicki und ihrer Mutter. Die Eltern haben sich kürzlich getrennt, was Vicki nicht so recht akzeptieren möchte. Als sie dann von ihrer Mutter verboten bekommt, eine Party zu besuchen, schleicht Vicki sich aus dem Haus. Auf der Fahrt wird sie von einem Mitvierzigerpaar aufgegriffen und findet sich nach kurzem Geplänkel in deren Gefangenschaft wieder. Für Vicki beginnt eine Zeit größter vorstellbarer Grausamkeit.

Hounds of Love ist ein heftiger Film, der Entführung, Vergewaltigung und Misshandlung zum Thema macht. Die Geschichte ist allerdings sehr viel komplexer als in vielen anderen Filmen, die sich solcher Thematik bedienen, und konzentriert sich dabei auf mehrere Konflikte. So auch auf Differenzen zwischen den Entführern, was Vicki immer wieder Hoffnungsschimmer offenbart. Doch der Film spielt mit den Emotionen der Zuschauer, quält diese förmlich und lässt einen Anteil am Leid der Protagonistin nehmen. Teils explizit wird auf eine Darstellung von größtmöglicher Brutalität verzichtet. Ästhetisch anspruchsvoll ist hingegen die gewählte Darstellung: Blutige Tücher liegen herum, daneben Dildos und Stacheldraht, an dem noch frisches Blut erkennbar ist, es sind die Details, die gegeben werden und den Schrecken erahnen lässt.

Es handelt sich hier um einen gelungenen und intensiven Film, der den Massengeschmack keineswegs treffen wird. Das ist allerdings nicht als negative Kritik gemeint, es ist wichtig, dass Filme wie dieser existieren, denn das Böse schlummert in den Menschen. Darauf macht Hounds of Love eindrucksvoll aufmerksam.

Trailer Hounds of Love

Infokasten

„Hounds of Love“

Regie: Ben Young

Drehbuch: Ben Young

Laufzeit: 108 Minuten

Produzent: Melissa Kelly

Verleih: Indeed Film

Australien 2016

Letzte Änderung amSamstag, 16 September 2017 01:44
Thomas Heuer

Dr. phil. Medienwissenschaft

Forscher, Fotograf, Filmemacher, Journalist, Gamer

Forschungsfelder: Immersionsmedien, Horror, vergleichende Mediendramaturgien, Game Studies, Medienethik und -philosophie

Abschlüsse: Medienwissenschaft M. A., Multimedia Production B. A., Facharbeiter Kommunikationselektronik

Schreibe einen Kommentar

Unter anderem auch das . . .

„If Pac-Man had affected us as kids, we'd all be running around in dark rooms, munching pills and listening to repetitive electronic music.“

Marcus Brigstocke