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Film

„Kung Fu Killer“ von Teddy Chan

Filmplakat (Ausschnitt) Filmplakat (Ausschnitt)

Martial-Arts meets Crime-Thriller: Ein Serienkiller tötet sich durch die Riege der Kung-Fu-Großmeister. Ihm entgegen steht ein kontroverser Martial-Arts-Spezialist.

Kurzrezension

Hahou Mo (Donnie Yen) ist ein Mann der Kampfkünste, den seine Aggression in den Knast brachte. Nachdem der Hongkonger Cop und Martial-Arts-Spezialist einen Mann im Nahkampf tötete, stellte er sich und gestand den Mord im Affekt. Denn für ihn sind die Künste längst nicht mehr, wie noch in mythischen Zeiten, zum Kampf auf Leben und Tod bestimmt, sondern dienen der Körperbeherrschung und Selbstverteidigung. Das allerdings sieht der fanatische Kung-Fu-Autodidakt Fung (Baoqiang Wang) anders. Nach jahrzehntelangem Training ist der durchgeknallte Kampfsportler, den nichts mehr außer Schmerz und Zorn antreibt, soweit zur Meisterschaft gelangt ist, dass er nun die Großmeister verschiedenster Disziplinen herausfordern kann, um sie entweder in ihrem eigenen Kampfstil zu töten oder glorreich getötet zu werden. Als Kenner der chinesischen Kampfkünste und ihrer Systematik ist Hahou einer der wenigen, die wissen könnten, wen Fung als nächstes zum Duell fordern wird. Gemeinsam mit der Polizistin Luk Yuen-Sum (Charlie Yeung) folgt Hahou, einzig zum Zwecke der Ermittlungen auf freiem Fuß, den Spuren des Serienkillers – nicht ganz ohne verdeckte Beweggründe: Denn nicht allein die Kampfkunst verbindet Hahou mit dem übermenschlich talentierten Fung.

Kung Fu Killer ist ein rasanter Mix aus Action, Thriller und fetzigen Prügelszenen, die anspruchsvoll choreografiert zur Augenweide werden. Wer allerdings, wie der Trailer mutmaßen lässt, auf eine Kampfszene nach der anderen hofft, wird enttäuscht. Dafür sind die Figuren einen Tick zu plastisch, die Nachforschungen von Hahou und Luk, die Spannung eines Thrillers und die Hintergrundgeschichte des Serienkillers dann doch zu wichtig. Das macht Kung Fu Killer abwechslungsreich bis zum finalen Showdown, in dem letztlich nicht nur zwei Männer, sondern auch zwei Wertvorstellungen gegeneinander antreten.

Leider wurde der Film auf dem Fantasy Filmfest 2015 in Berlin, das sonst nur Originale mit oder ohne Untertitel zeigt, in einer unsäglich platten Synchronisation vorgeführt, die so nachhaltig auf mein Filmerlebnis wirkte, das mir eine abschließende Beurteilung der Narration schwerfällt. Auch wenn ich des Mandarins nicht mächtig bin, spürt man im Originalton doch um einiges deutlicher die Emotionen der Schauspieler. Was aber die effektvollen Szenen anbelangt, ist Kung Fu Killer großartig.

Trailer zu Kung Fu Killer

Infokasten

„Kung Fu Killer“ (OT: Yi ge ren de wu lin)

Regie: Teddy Chan        

Drehbuch: Teddy Chan, Ho Leung Lau, Tin Shu Mak

Laufzeit: 100 Minuten

Produzent: Emperor Film Production, Sun Entertainment Culture u.a.

Verleih: New KSM

China | Hongkong 2014

Letzte Änderung amMittwoch, 06 September 2017 12:56
André Vollmer

Schriftsteller, Kritiker und Gründer von Mellowdramatix; Studierter (Literatur- und Sprachwissenschaft, M.A.); am Meer geboren. Auf Twitter als er selbst: @avllmr.

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„Das Grauen (seltener: der Graus) ist ein Substantiv der gehobenen Umgangssprache für ein gesteigertes Gefühl der Angst oder des Entsetzens, das meist mit der Wahrnehmung des Unheimlichen oder Übernatürlichen verknüpft ist. Es rührt sprachgeschichtlich vom mhd. grûwen, „Schauder“ her, welcher Begriff auch als Synonym verwendet wird.“

– Wikipedia

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