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Hörspiele & -bücher

„Mark Brandis Raumkadett“, Folge 11: „Das Jupiter-Risiko“

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In Folge 11 der Hörspielreihe muss Mark Brandis eine folgenschwere Entscheidung treffen und lernen, dass es in einer kritischen Lage an Bord zu handeln gilt.

Rezension

Um kurz vor den Abschlussprüfungen der Astronautenschule noch ein wenig Praxiserfahrung zu sammeln, bewirbt sich Raumkadett Mark Brandis (Daniel Claus) auf dem Raumschiff ANAT als Praktikant. Unter der Führung von Commander Brandt (Thomas Schmuckert) soll das Forschungsschiff die Atmosphäre des Jupiters untersuchen. Doch kurz vor Abflug der ANAT wird Brandt Hochverrat vorgeworfen und inhaftiert. Das Kommando für die Jupiter-Mission fällt an Patricia Simmons (Dorothea Lott), die von falschem Ehrgeiz geleitet alles daran setzt, ihre Aufgabe erfolgreich abzuschließen. Unverhofft bringt sie dabei die eigene Crew in größte Gefahr.

Die Serie Mark Brandis Raumkadett schildert in ihren bisherigen zwei Staffeln die Kadettenlaufbahn eines jungen Mannes, der später einmal Außergewöhnliches leisten wird. Mark Brandis zeichnet sich aber nicht einfach durch den größten Wagemut aus, sondern sticht hervor durch eine Mischung aus Fähigkeiten, die es ihm erlauben, zur rechten Zeit den richtigen Einfall zu haben. Ein Held im eigentlichen Sinn ist Mark aber nicht, der zudem weit davon entfernt ist, fehlerfrei zu sein. Trotz aller Begabung muss auch er Rückschläge einstecken und Erfahrungen erst sammeln. In Das Jupiter-Risiko wird der Jungastronaut vor das Dilemma gestellt, entweder das Richtige zu tun und hierfür Befehle zu verweigern oder folgsam zu bleiben, wie man es von ihm erwartet, und mitanzusehen, wie die ANAT auf ihren Untergang zusteuert.

Solche Szenarien sind es mitunter, die Mark Brandis Raumkadett so hörenswert machen. Oft sind die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischt und in den Vordergrund treten zwischenmenschliche Probleme, die Welt und Figureninventar ihre Glaubwürdigkeit verleihen. Derart ist die Titelfigur geradezu das Gegenteil eines James T. Kirk, wie ihn J. J. Abrams mit den neueren Star-Trek-Filmen geprägt hat – also kein Actionheld vor einer Science-Fiction-Kulisse, der ein ganzes Genre und insbesondere einen einzigartigen Erzählkosmos in die Trivialität herabsetzt. Natürlich geht es in der Hörspielreihe Mark Brandis Raumkadett auch um Abenteuer, Spannung und Intrigen. Aber immer sind diese erzählerischen Elemente an eine glaubhafte Inszenierung rückgebunden, die der Erzählung Tiefe verleiht und neugierig macht.

Allerdings etwas schade ist die Darstellung der ANAT-Crew als miesgelaunt und unmotiviert. Das markiert zwar, wie angesprochen, die realistische Erzählweise der Serie, ist aber in diesem Fall ein wenig unglaubwürdig bis irritierend, da das Forschungsschiff immerhin erstmals einen Atmosphären-Flug auf dem Jupiter versucht. Die Figuren scheinen nicht zu realisieren, dass sie an etwas Großem teilhaben. Sie wirken schlicht unprofessionell. Ganz zu schweigen von einigen pseudowissenschaftlichen Absurditäten, die nicht mit dem Genre Science-Fiction zu erklären, sondern einfach Unsinn sind. Dass die Herz-Lungen-Maschine einer Tiefschlafkammer die Verdauung abstellt, ist daher unwillkürlich komisch.

Davon abgesehen ist Das Jupiter-Risiko aber gute Unterhaltung, die im Übrigen auch den Metaplot der Gesamtserie fortführt.

Hörprobe zu Das Jupiter-Risiko

Infokasten

„Mark Brandis Raumkadett“, Folge 11: „Das Jupiter-Risiko“

Produktion: Folgenreich

Spielzeit: ca. 63 Minuten

Deutschland 2017

Letzte Änderung amFreitag, 25 August 2017 05:48

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„Phantastik, auch Fantastik, ist ein literarischer Genrebegriff, der in Fachkreisen sehr unterschiedlich definiert wird. Außerwissenschaftlich bezeichnet der Begriff „fantastisch“ alles, was unglaublich, versponnen, wunderbar oder großartig ist. Der Ursprung des Begriffs „phantastische Literatur“ ist ein Übersetzungsfehler: E. T. A. Hoffmanns „Fantasiestücke in Callots Manier“ wurden 1814 als „Contes fantastiques“ ins Französische übersetzt, statt richtigerweise als „Contes de la fantaisie“.“

– Wikipedia