„Clan“ von Malin-Sarah Gozin

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DVD-Cover (Ausschnitt) DVD-Cover (Ausschnitt)
Jean-Claude Delcorps muss sterben!

Die Schwestern Goethals stehen sich sehr nahe. Durch alle Krisen des Lebens sind sie gemeinsam geschritten. Seit dem Tod der Eltern bei einem Autounfall hat Eva (Babara Sarafian), die Älteste der fünf Schwestern, ihre Geschwister großgezogen. Die Schwestern sind durch dieses Ereignis besonders stark miteinander verbunden, sie würden füreinander durchs Feuer gehen – oder über Leichen, ab dazu später mehr. Veerle (Kristine Van Pellicom), Birgit (Ruth Becquart), Rebekka (Maaike Neuville) und Goedele (Inge Paulussen) gehen auf verschiedenen Pfaden durch ihr Leben, sind jedoch so sehr miteinander verbunden, dass sie sich regelmäßig treffen und gemeinsame Unternehmungen machen. Einzig Goedeles Ehemann Jean-Claude Delcorps (Dirk Roofthooft) wirft einen immer größeren Schatten über die Familie. Denn Jean-Claude hält sich selbst für unfehlbar. Schlimmer noch, er fügt anderen Menschen in seinem Umfeld gezielt Schaden zu, nur um selbst einen Vorteil daraus zu ziehen oder sich dabei zu amüsieren. Irgendwann ist das Maß voll und Birgit und Eva beschließen: Jean-Claude muss sterben!

 

Die Serie beginnt mit der Trauerfeier für Jean-Claude. Wir wissen, die Schwestern waren erfolgreich und haben ihren Schwager aus dem Weg geräumt. Die interessante Frage ist allerdings: wie? Kurz nach dem Tod von Jean-Claude tauchen zwei Versicherungsagenten auf, die den Tod des kürzlich verstorbenen genauer untersuchen wollen. Die Brüder Thomas (Robbie Cleiren) und Matthias Dewitt (Geert Van Rampelberg) lösen ungeahnte Probleme aus. Die Polizei war von einem Unfalltod überzeugt, doch die beiden Brüder wollen die Versicherungssumme der Lebensversicherung nicht ausbezahlen. Ungeniert tauchen die beiden auf der Trauerfeier auf und stellen unbequeme Fragen. Für den Zuschauenden wird sofort klar, dass nicht nur Birgit und Eva, sondern auch Veerle und Rebekka in das Ableben von Jean-Claude involviert sind.

 

Szenenfoto 1

Die Brüder Dewitt ermitteln mit allen Tricks und erwirken gar eine Exhumierung von Jean-Claudes Leichnam, damit an diesem eine Autopsie durchgeführt werden kann. In jeder Episode wird ein zurückliegendes Ereignis betrachtet. In der ersten Episode wird eine Grundlage für die Antipathie an Jean-Claude geschaffen und der grundlegende Hass der Schwestern gegenüber ihrem Schwager verdeutlicht. Die weiteren Episoden erzählen oftmals von missglückten Mordversuchen und dienen parallel dazu, den Antagonisten Jean-Claude noch deutlicher zu zeichnen. Spätestens nach der dritten Episode hat diese Figur jegliches Mitleid verloren. Dirk Roofthoof spielt den Charakter so unbeschreiblich gut, dass man Jean-Claude gegenüber Wut, Hass und Missgunst empfindet.

 

Szenenfoto 3Clan kommt aus Belgien und stammt vom selben Produktionsstudio wie Code 37. Die Qualität der zehn Episoden ist durchweg gut. Dabei springt die Handlung von einem Glanzmoment des Morbiden blitzschnell zu einem tragisch-komischen Element, wodurch insgesamt ein spannendes, aber zunehmend morbideres Szenario ergibt, welches mit einer Prise schwarzen Humors abgerundet wurde. Neben dem eigentlichen Konflikt liefert Clan geschickt weitere Reibungspunkte zwischen den Figuren, wodurch eine charakterorientierte Narration entsteht.

 

Ab dem 19. Juni ist Clan im deutschen Handel erhältlich. Die DVD-Box kostet rund 30 Euro und bietet auf 4 DVDs fast neun Stunden Unterhaltung, in einem Spektrum zwischen abgedreht und anspruchsvoll von narrativ bis emotional. Wer diese Serie nicht gesehen hat, verpasst ein Highlight. Eine uneingeschränkte Empfehlung für eine wunderbar besetzte Serie, die etwas skurril, aber höchst unterhaltsam ist. (syno nyhm)

 

Trailer zu Clan (Belgisch mit englischen Untertiteln)

 

Letzte Änderung am Freitag, 19 Juni 2015 20:19
syno nyhm

„Syno ist irgendwann hier aufgetaucht und seit dem nicht mehr weggegangen.“

– Edward

syno hat das Bloggen bemerkt. Da er das Jonglieren mit Medien liebt, ist das für ihn genau die richtige Freizeitaktivität. Durch einen Bachelor in Multimedia Production bringt er so manches an Vorwissen mit. Vor Kurzem beendete er erfolgreich das Masterstudium der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Schwerpunkte sieht er im Bereich Horror, Film, Videospiel und Miniaturen, wildert jedoch ohne große Scheu auch in anderen Rubriken. Sein persönlicher Liebling ist die Kategorie Wissen, für dessen Aufzucht er zuständig ist.    

Twitter: @synonyhm     Facebook: syno nyhm

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