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Fantastik-Film

In Kürze: „TAG“ von Sion Sono

Abgedreht und komplex, blutig und poetisch, verrückt und genial. Wortpaare, die TAG beschreiben. Ein Film über eine japanische Schülerin in einer Zeitschleife.

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„Love Eternal" von Brendan Muldowney

Wir haben nur dieses eine Leben

Menschlichkeit. Ob er solche besitzt, bezweifelt Ian (Robert de Hoog). Er glaubt mehr ein Raubtier zu sein als ein Mensch. In der Gegenwart von Menschen fühlt er sich nicht wohl und entwickelt eine Neigung zu den Toten. Wenn ein Mensch so deprimiert vom Leben ist, dass er sich für den Freitod entschieden hat, übt dies eine Anziehung auf Ian aus. Mit 17 Jahren beschließt er sich von der Gesellschaft auszuschließen und Freundschaften im Internet aufzubauen. Er ist so sehr damit beschäftigt, dass er zunächst nicht einmal den Tod seiner Mutter wahrnimmt. Diese hinterlässt ihm ein Buch mit Informationen über eigentlich alles, was man im Leben benötigt. Zunächst will Ian sich das Leben nehmen. Verabschiedet sich zu Weihnachten bei seinen mehr als 5000 Online-Freunden, um dann in einem abgelegenen Wald den Tod willkommen zu heißen.

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„Animals" von Marçal Forés

Verschlüsselte Poesie

Pol ist ein verschlossener Junge. Der 17-jährige hat kaum Freunde und sein einziger Seelenverwandter ist sein Teddybär. Dieser lebt in seiner Vorstellung, mit ihm kann er über alles reden und kommt dann aus sich heraus. In der Schule fällt er durch sein unauffälliges Betragen wenig auf. Hinter seinem Verhalten scheint eine tiefe Depression und Lebensängste zu stehen. Homosexuelle Tendenzen machen die Situation nicht leichter, da seine Mitschülerin Laia in ihn verschossen ist. Pol trägt das Geheimnis über seinen Teddy mit sich herum, nur sein Bruder weiß davon. Pols Bruder wünscht sich mehr Kontakt zu Menschen für Pol, daher beerdigt er den Teddy kurzerhand.

„Upstream Color" von Shane Carruth

Meditative Filmkunst

Da hat sich mal wieder ein Ausreißer im Festival-Programm versteckt. Upstream Color erzählt in sehr ruhigen Bildern die Geschichte der Frau Kris (Amy Seimetz). Diese bekommt eine Art von Wurm eingepflanzt und wird zeitgleich unter Drogen gesetzt. Über einen unbestimmten Zeitraum hinweg wird ihr alles genommen: Ihr Geld, ihr Haus, ihr Job und am Ende ihre Emotionen. Nach diesem Prozess ist sie ein vollkommen veränderter Mensch, der eine Depression ausstrahlt, die nahe an der Grenze zur Emotionslosigkeit liegt. Den finalen Schritt in diesem perversen Spiel liefert eine Transplantation des Wurms in ein junges Schwein durch einen dubiosen Arzt. Gefühlt wird dadurch die Seele in das Tier übertragen, da fortan eine permanente emotionale Bindung zu bestehen scheint.

„Journey“ gewinnt viermal den BAFTA Gaming Award

Das poetische Journey von Thatgamecompany hat ordentlich bei den Bafta Gaming Awards abgeräumt. In vier Kategorien gewann das Spiel einen Preis, und zwar für Artistic Achievement, Audio Achievement, Online-Multiplayer und Original Music. Es wurde schon entsprechend viel über dieses Game berichtet. Trotzdem will ich anlässlich der Verleihung noch einmal herausstellen, was so einzigartig an Journey ist.

„Beasts of the Southern Wild"

botsw-coverEndlich durften syno nyhm und ich einen der erfolgreichsten US-amerikanischen Filme aus dem vergangenen Jahr sehen, der zugleich das Centerpiece des letzten Fantasy Filmfestes gewesen ist und international mit Preisen überhäuft wurde. Die Rede ist von Beasts of the Southern Wild, für den bei dem besagten Fest in Berlin so viele Menschen anstanden, dass die Schlange bis zum Kinoeingang reichte. Umso erstaunlicher ist es – die Anekdote sei mir erlaubt – dass der Film in Kiel nur in einem Programmkino gezeigt wurde. Wie versprochen, reichen wir jetzt unsere Rezension zu einem großartigen Film nach, dessen Handlung in einer ökologischen Postapokalypse spielt, durchwirkt von Poesie und Mythologie.

 

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„Der Verstand ist oft die Quelle der Barbarei; ein Übermaß an Verstand ist es immer.“

– Giacomo Leopardi

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