Fantasy Filmfest 2014 Closing Night

Beth (Aubrey Plaza) ist tot. Sowohl für ihre Eltern (John C. Reilly und Molly Shannon) als auch für ihren Freund Zack (Dane DeHaan) ist es ein herber Schlag. Einige Tage nach ihrem Tod taucht Beth allerdings wieder auf. Sie hat sich verändert, zumindest irgendwie. Zunächst wollen Beths Eltern nicht, dass Zack ihr begegnet. Durch einen Zufall – und getrieben von ungesunder Paranoia – findet Zack heraus, dass Beth wieder in ihrem Elternhaus ist. Irgendwas zieht sie auf den Dachboden, niemand weiß genau, was sie dorthin zieht, aber nach ihrer Wiederauferstehung ist es der Ort im Haus, an dem sie am liebsten ist. Während Zack überzeugt ist, dass es am besten wäre, Beth zu sagen, dass sie von den Toten wiedergekehrt ist, weigern sich ihre Eltern dagegen, es ihrer Tochter mitzuteilen. Eine Zombieromanze beginnt als recht stereotyper Film und wächst sich dann zu einer Komödie aus, bei der die Welt ganz nebenbei unterzugehen droht.

„Metalhead“ von Ragnar Bragason

Freigegeben in: Film

Musik als Mittel zum Seelenfrieden

Hera (Diljá Valsdóttir) ist 12 Jahre alt, als ihr Bruder Baldur bei einem schrecklichen Unfall sein Leben verliert. Um die Situation verarbeiten zu können, schnappt sich das Mädchen die Bandshirts ihres Bruders und lebt dadurch seinen Traum weiter. In neuer Kluft zieht Hera ihre alten Kleidungsstücke aus dem Schrank und verbrennt diese dann. Anschließend plant sie das Gehöft ihrer Eltern zu verlassen und der Musik, die fortan ihr Leben bestimmt, alles andere unterzuordnen. Doch was sie bereits als Kind an diesem Ort gehalten hat, hält Hera (Þorbjörg Helga Þorgilsdóttir) auch als junge Frau noch dort. Ihr Zimmer ist übersät mit Postern von Bands wie Iron Maiden, Judas Priest und Megadeth. Sie selbst spielt nun Gitarre und hat sich in der rau wirkenden Musik verloren, speziell in den Texten der Lieder versucht Hera einen Schlüssel zu ihrem Schmerz zu entdecken. Dabei hat sie sich zu einem gesellschaftlichen Außenseiter entwickelt.

Herrlich abgedreht

Nachdem seine Frau für mehrere Jahre im Koma liegt, schließt ein einfacher Mann (Nao Ômori) einen Vertrag mit einem SM-Club ab. Fortan werden in alltäglichen Situationen Dominas auftauchen, um ihm eine Erregung zu bereiten. Er darf die Domina jedoch nicht berühren oder Ähnliches, denn die „Bondage“ genannte Vereinigung sei schließlich ein „Gentleman-Club“. Das gewünschte Packet funktioniert auch sehr gut, bis dann eines Tages die Situation in eine vollkommen andere Richtung umschlägt und die Dominas nicht mehr nach Terminabsprachen an einem bestimmten Ort auftauchen, sondern unangekündigt, beispielsweise auf der Toilette am Arbeitsplatz oder bei dem Mann Zuhause. Die absurde Geschichte kann auch problemlos noch an Absurdität zulegen. R100 ist ein Unterhaltungsfilm für Erwachsene, aber nicht so wie man das jetzt vermuten könnte. Was für wunderbar komische Szenen dem Zuschauer geboten werden, ist in diesem Maß absolut nicht zu erwarten. Dabei beginnt die Handlung wie einer von vielen japanischen Filmen um einen Mann, der Probleme mit seiner Familie hat und dann einen progressiven Ausweg sucht.

„Supremacy“ von Deon Taylor

Freigegeben in: Film

Darstellerisch überragender Home-Invasion-Thriller

Tully (Joe Anderson) sieht sich als einen Herrnmenschen. Grade hat er 15 Jahre im Gefängnis hinter sich und wird von Doreen (Dawn Olivieri), einer Frau aus seiner Bruderschaft der arischen Überlegenheit, am Knast abgeholt. Auf der Fahrt vom Gefängnis zur Bruderschaft geht jedoch etwas schief. Die beiden landen in einer Polizeikontrolle und Tully erschießt einen Polizisten. Nun beginnt eine Flucht, die ihr vorläufiges Ende im Haus einer schwarzen Familie findet. Familienoberhaupt ist der mittlerweile gebrechliche Kriegsveteran Mr. Walker (Danny Glover). Er ruft seine Familie zur Räson und versucht mit den ungebetenen Gästen so gut umzugehen wie möglich, damit niemandem etwas Schlimmes zustößt. Derweil wird die Region von der Polizei abgeriegelt, wodurch eine weitere Flucht für Tully und Doreen unmöglich erscheint. Der eigensinnige älteste Sohn bedroht Doreen allerdings mit einem Messer, wodurch die Situation zu kippen droht. Denn bereits vorher ist allen Beteiligten der Ernst ihrer Lage bewusst.

Werwolf-Action mit infantiler Handlung und Wackelkamera

Eine Familie wird auf einem Campingausflug attackiert. Der Täter kann unmöglich ein Mensch gewesen sein, da die Bisswunden an den Toten auf den Angriff eines riesigen Tieres schließen lassen. Dennoch wird ein Verdächtiger gefunden, für die Polizei ist sofort klar, dass es sich dabei um den Killer handeln muss. Seine Rechtsanwältin (A.J. Cook) vertritt hingegen eine andere Meinung und so plätschert WER für ca. 60 Minuten vor sich hin, bevor man dann zu der aus dem Trailer bekannten Feststellung kommt: Der Mann ist ein Werwolf und somit auch der Killer. Dann gibt es da noch so einen phlegmatischen Nebenplot um eine Verschwörung, die aber auch ziemlich unnötig erscheint. Am Ende gibt es dann noch viel Action, die weder überragend inszeniert wird noch irgendeinen elementaren Anteil an der Auflösung der Handlung hat.

Ex-Polizist Gabriel Chevalier (Jérémie Renier) ist ganz unten angekommen. Er hat Schulden, kann nicht einmal das Kantinenessen in der Schule seiner Tochter bezahlen und ein Alkoholproblem gibt es da auch noch. Er hat sich wahrlich gehen lassen seit dem Tod seiner Frau. Plötzlich sind wie aus dem Nichts seine Schulden beglichen, von einem alten Freund, der zudem ein lukratives Jobangebot für Gabriel bereithält. Gabriel willigt ein, ohne wirklich zu wissen, was er dort machen soll. Am nächsten Tag geht er in ein nahezu leerstehendes Bürogebäude und besetzt das einzige Büro dort. Spärlich eingerichtet, befinden sich dort nur ein Schreibtisch, ein Stuhl und ein Schrank. Der erste Tag verläuft ereignislos. Nach der Arbeit findet Gabriel einen Umschlag mit vielen 200 Euro Scheinen in seinem Briefkasten. Das wiederholt sich nun täglich. Einige Zeit vergeht, Gabriel erhöht seinen Lebensstandard und den seiner Tochter, Geldsorgen waren einmal. Doch dann klingelt eines Tages besagtes Telefon.

Das Haus ruft seinen Sohn heim

Victor Salvas Filme sind häufig auf dem FFF vertreten. Zuletzt war dies bei den Nights 2012 der Fall, als Rosewood Lane – der schwächste Film im Programm – die Kurzausgabe des FFF eröffnete. Wie so oft vermischt Victor Salva diverse Sub-Genres des Horrorfilms und versucht dann etwas Neues und Gutes dabei zu schaffen. Das gelang bisher nur bedingt, in seinem neuesten Werk Dark House wirft er unter anderem Haunted-Mansion, Slasher und biblische Mythologie in den Mixer. Das Ganze wird dann solange püriert, bis nur noch grundlegende Elemente übrig bleiben, die dann als loses Stückwerk verbunden sind. Einzig herausragend bleibt Tobin Bell – den meisten wohl bekannt als das Gesicht der SAW-Reihe – der den mysteriösen Charakter Seth spielt. Vorab sei gesagt, Dark House ist nicht so schlecht wie Rosewood Lane, aber um als guter Horrorfilm bestehen zu können, fehlt einfach zu viel.

Der neuseeländische Film überrascht in den letzten Jahren immer wieder. Sei es mit einer abgedrehten Gangster-Kannibalen-Story (Fresh Meat) oder der Vampir-Dokumentation What we do in the Shadows, langsam werden die Filme aus dem wunderschönen Land eine ernsthafte Konkurrenz zu den Filmen der westlichen Welt. Das vermischen verschiedener Subgenres ist ein wichtiges Standbein der genannten Filme, ebenso ist es das bei Housebound, der als Teil des Fresh-Blood-Wettbewerbs läuft. Selten wurde in einem Film derart ausbalanciert und gekonnt Komödie, Thriller und Horrorfilm kombiniert. Kylie (Morgana O'Reilly) ist bei einem Raubüberfall erwischt worden. Das Gericht verdonnert sie zu sieben Monaten Hausarrest in ihrem Elternhaus. Kylie mag ihre Mutter nicht besonders und auch den neuen Ehemann nicht, der nach dem Tod ihres Vaters seinen Platz einnahm. Was Kylie nicht so recht wahrhaben will, ist, dass es schon seit langen irgendwie in dem alten Haus zu spuken scheint. Irgendwann findet Kylie heraus, das ihr Elternhaus gar nicht das „Bed & Breakfast“-Lädchen war, für das sie es immer gehalten hatte. Stattdessen war dort eine psychiatrische Klinik, in der ein junges Mädchen brutal ermordet wurde. Somit scheint der herumspukende Geist gefunden, doch dann kommt alles ganz anders.

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