Found-Footage mit guter Technik und schwacher Inszenierung

 

The Dyatlov Pass Incident, unter diesem Titel ist der Film bei imdb.com gelistet, beschäftigt sich mit dem plötzlichen Wahnsinn und Tod einer Gruppe russischer Bergsteiger. Aus der Perspektive einer Forschungsgruppe von US-Studenten folgt man der Reise und den grausamen Begegnungen, die sich dieser Gruppe offenbaren werden. Technisch auf einem anspruchsvollen Niveau gelingt es, das Found-Footage-Image des Films interessant zu gestalten. Leider hat die Handlung massive Lücken, die jedoch im alles erklärenden Twist am Ende geschlossen werden. Das sorgt jedoch nicht für die erhoffte Unterhaltung während des Filmkonsums. Speziell die Darsteller sind nicht sehr gut, oftmals werden stereotype Modelle bedient, aber das ist nicht das entscheidende Problem von Devil’s Pass; die Exposition dauert einfach viel zu lange. In der letzen halben Stunde wird das Szenario klaustrophobisch, die Stimmung dicht und Spannung entsteht.

Hatchet 3 hatte seine große Premiere beim Tribeca Film Festival in den USA. Anschließend lief der Film unter anderem beim Fantasy Filmfest in Deutschland und beim Frightfest in England. Adam Green gehört zu den größten Unterstützern und Befürwortern des größten britischen Horrorfilm-Festivals. Auch wenn er bei Hatchet 3 nicht mehr selbst die Regie führte, sondern seinen Stuhl für BJ McDonnell räumte, steckt noch immer viel Herzblut von Green in dem Film. So führte der Amerikaner nicht nur die Feder beim Schreiben des Drehbuchs, sondern übernahm ebenfalls die Rolle des Produzenten. Auf dem Frightfest nahm Adam Green sich fast eine halbe Stunde Zeit, um über Hatchet 3, dessen Vorgängern und seine Serie Holliston zu sprechen. Das Video zum Interview gibt es bei Youtube, Green selbst schrieb bei Twitter, dass er vor dem Video drei Tage und Nächte nicht geschlafen habe. Angesichts dessen wirkt er sehr frisch und gibt einen tieferen Einblick in seine Arbeitsweise sowie seinen persönlichen Favoriten unter den Hatchet-Filmen preis.

Der Publikumspreis beim Fantasy Filmfest in diesem Jahr geht nach Spanien. Mit seiner mutigen Neuinterpretation des Märchens Schneewittchen räumt Regisseur Pablo Berger auch beim FFF den einzigen Preis ab. Der schwarz-weiße Stummfilm Blancanieves um einen Torreador und seine verstoßene Tochter ist ein besonders märchenhafter und keineswegs langweiliger Film. Da der Film zu unseren Sneak-Filmen in diesem Jahr gehört, hat Edward sich bereits vorm Festival mit dem Werk beschäftigt und es eingeschätzt (Rezension). Mein persönlicher Favorit The Body hat den zweiten Platz belegt, direkt vor Cheap Thrills von E. L. Katz.

Home-Invasion-Slasher mit bösen Witzen

Die Closing Night vom FFF 2013 ist bereits zwei Jahre alt, jedoch erst in der vergangenen Woche in den USA gestartet. Wenn man eine der begehrten Karten für die Closing Night ergattern kann, gehört man somit zu den Ersten, die You’re Next im Kino sehen können. In Deutschland startet der Film von Adam Wingard (u. a. V/H/S, S-V/H/S, ABCs of Death, A Horrible Way to Die) im Oktober in den Kinos.

Die Familie Davidson ist seit vielen Jahren zerrüttet. Am 35. Hochzeitstag der Eltern laden diese ihre vier Kinder mitsamt Partnern in ein abgelegenes Landhaus ein. Was als amüsante Familienfeier mit Krisenpotential beginnt und vor allem durch Neid, Missgunst und hasserfüllte Sticheleien zu kippen droht, wird jäh unterbrochen, als einer der Gäste mit einem Armbrustbolzen im Kopf zu Boden geht. Panik bricht aus, die Davidsons versuchen aus dem Speisesaal zu flüchten, ohne weitere Opfer in ihren Reihen zu erleiden, doch die Angreifer sind gut vorbereitet und verfolgen einen Plan.

Intensives Vampir-Drama um Emanzipation und Vertrauen

Mit Byzantium kommt zur Abwechslung mal wieder ein atmosphärisches Vampir-Drama auf die Leinwand, das die Gefühlswelt der unsterblichen Geschöpfe ins Zentrum der Erzählung stellt. Der Film ist ähnlich gut wie damals Interview mit einem Vampir, bei dem derselbe Regisseur, Neil Jordan, für die filmische Ausgestaltung verantwortlich ist. Auch wenn Moira Buffinis Drehbuch nicht mit den literarischen Qualitäten von Anne Rice mithalten kann, deren Gespräch mit einem Vampir 1994 verfilmt wurde, ist Byzantium ein intensiv und poetisch erzählter Film. Die Geschichte dreht sich um zwei weibliche Vampire, deren Beziehung zueinander über die Jahrhunderte hinweg, die sie miteinander verbracht haben, problematisch geworden ist. Der Konflikt, der sich entsprechend abzeichnet, erfolgt unter anderen Vorzeichen als in Interview mit einem Vampir, in dem ebenfalls zwei Vampire miteinander brechen, weil sie unterschiedlichen Wertvorstellungen folgen.

Horror-Anthologien sind in den vergangenen Jahren wieder in Mode gekommen. Nach The Theatre Bizarre, V/H/S (VHS) und The ABCs of Death (ABCs) eröffnet S-V/H/S (S-VHS) nur ein Jahr nach seinem Vorgänger den Reigen der Fortsetzungen zu diesen Anthologien. Auch für ABCs ist mittlerweile ein zweiter Teil angekündigt worden. Die gemeinsame Arbeit von Genreneulingen und Veteranen des Horrors scheint somit beim Publikum gut anzukommen. Bei S-VHS sind mit Adam Wingard und Simon Barrett zwei Regisseure/Autoren des ersten Teils mit an Bord. Neu dabei sind Jason Eisner (u. a. Hobo with a Shotgun und Treevenge), Gareth Evans (u. a. The Raid und Footsteps), der gemeinsam mit Timo Tjahjanto (u. a. Macabre und L is for Libido in ABCs) das Segment Save Haven inszenierte, sowie Eduardo Sánchez, die eine Hälfte des Regieduos hinter The Blair Witch Project, der mit dem Blair Witch-Produzenten Gregg Hale das Segment A Ride in the Park realisierte. In S-VHS gibt es nur die Rahmenhandlung und vier statt sechs Segmente , wie es beim Vorgänger der Fall ist. Dem geneigten Horrorfan wird ein bunter Strauß von Geistern über Zombies bis hin zu einer fanatischen Sekte und Aliens geboten.

Post-apokalyptische Abenteuerreise durch die Innenräume Barcelonas

In The Last Days bedroht die Menschheit eine globale Katastrophe der etwas anderen Art. Was genau vor sich geht, soll der Endzeitfilm von Francisco Manuel Sousa selbst erzählen. Denn die Offenbarung dieses Geheimnisses webt Sousa, der für Regie und Buch verantwortlich ist, sehr stimmungsvoll in einen post-apokalyptischen Abenteuer-Plot ein. Eines aber wird schnell klar: Die Menschen von Barcelona betreten nicht mehr das Freie, leben stattdessen in ihren Wohnungen, Büro-Hochhäusern und den Tunneln der U-Bahn. Die offenen Straßen der Stadt fürchtend graben die Angestellten eines Unternehmens, die nun im Hochhaus ihres ehemaligen Arbeitsgebers leben, einen Tunnel hinab in die U-Bahnschächte. Nachdem der Durchbruch gelungen ist, macht der Programmierer Marc (Quim Gutiérrez) sich auf die Suche nach seiner Frau Julia (Marta Etura), von der er mit Beginn der globalen Katastrophe getrennt wurde. Der knappen Ressourcen wegen voneinander abhängig brechen Marc und sein ehemals Vorgesetzter Enrique (José Coronado) zu einer Reise ohne Wiederkehr auf. Um in den aufkommenden Bedrohungen bestehen zu können, muss das ungleiche Duo lernen, dass die Hierarchien der zerstörten Gesellschaft keine Geltung mehr haben.

Kriminalgeschichte mit plötzlichem Plot-Twist

Zehn Jahre, nachdem Guillermos Kumpel spurlos verschwunden ist, taucht im Haus seiner Eltern bei Umbauarbeiten ein seltsamer Fotofilm auf. Die entwickelten Bilder zeigen seinen Jugendfreund am Pool, ein paar ominöse Gestalten, die offenbar vorher das Elternhaus bewohnten, und eine Kühltruhe mit menschlichen Organen. Dass es sich bei letzterem um ein Foto aus einer Klinik handelt, will Guillermo (Raúl Mérida) nicht hinnehmen. Der Surfer ist mittlerweile erwachsen und studiert, kann aber nicht umhin, die alte Geschichte um das Verschwinden seines Freunds wieder aufzuwärmen. Mit Hilfe seines jüngeren Bruders, der einen genialen Sinn für Details und ihre verborgenen Zusammenhänge hat, stellt Guillermo Nachforschungen an und stößt bald auf ein dunkles Geheimnis.

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